Astrocamping VB 14.07.2026 Tag 5

Lesedauer 2 Minuten
Ein krönender Abschluss unter Sternen

Nach der etwas durchwach­se­nen Nacht mit viel Bewölkung sah es in dieser finalen Nacht endlich wieder wesentlich bess­er aus. Ich habe die erste halbe Stunde für mich alleine am Teleskop genutzt. Der Klei­der­bügel­haufen Cr399 war mein erster Anlauf­punkt – dies­mal habe ich ihn direkt über den optis­chen Such­er meines Dob­sons anges­teuert. Der Ringnebel M57 und der Kugel­stern­haufen M3 wirk­ten zu diesem frühen Zeit­punkt noch recht blass und dif­fus, da der Him­mel noch etwas aufge­hellt war und leichte Bewölkung durch­zog. Den Eulen­haufen NGC457 habe ich mir zur Ein­stim­mung noch ein­mal kurz im Fer­n­glas vorgenommen.

Ben übernimmt wieder das Steuer

Dann kam Ben dazu und über­nahm erneut das Kom­man­do am Teleskop. M13 im Herkules zeigte sich nun von sein­er besten Seite: richtig kräftig und beein­druck­end, selb­st bei hoher Ver­größerung. Auch M3 in den Jagdhun­den war jet­zt ein echter Genuss und nicht mehr so blass wie zu Beginn der Nacht. Ben war richtig in Fahrt: Cr399 und die Galax­ie M31 hat­te er im Fer­n­glas sofort auf Anhieb gefun­den. Beim Ringnebel M57 wollte es dies­mal zwar nicht auf Anhieb klap­pen, aber M13 war im Fer­n­glas wieder sich­er im Visi­er.

Anschließend haben wir noch ein­mal gemein­sam den Eulen­haufen NGC457 im Dob­son genossen. Danach war der offene Stern­haufen M29 an der Rei­he. Beim „Kühlturm-Haufen“ ist mir zudem ein inter­es­santes Detail aufge­fall­en: Bei mit­tlerer Ver­größerung kon­nte ich fest­stellen, dass im Inneren des Rechtecks des „Kühlturms“ noch ein­mal vier Sterne in exakt der gle­ichen Anord­nung stehen. 

Ben hat im Anschluss auch M81 (Bode-Galax­ie) und M82 (Zigar­ren­galax­ie) wieder sofort gefun­den – die Zigarre zeigte sich heute mit einem sehr deut­lich erkennbaren Staubband.

Die Suche nach der Herausforderung

Ben wollte nun etwas Schwierigeres suchen. Wir haben den Schwierigkeits­grad mit dem „Kleinen Hantel­nebel“ M76 leicht gesteigert – ein Objekt, das man auf­grund sein­er gerin­gen Größe schnell ein­mal über­sieht. Das näch­ste Ziel war dann wesentlich knif­fliger: NGC6778 im Stern­bild Adler, ein plan­e­tarisch­er Nebel ähn­lich wie M76, aber noch etwas klein­er. Ben hat ihn zwar nicht gefun­den, dafür aber NGC 6760 ins Oku­lar bekom­men. Bei 127-fach­er Ver­größerung wirk­te dieser fast wie ein plan­e­tarisch­er Nebel. Eine Recherche am näch­sten Tag ergab jedoch: Es ist ein Kugel­stern­haufen. Hät­ten wir höher ver­größert, wäre uns das wohl direkt aufge­fall­en! Den plan­e­tarischen Nebel NGC6781 im Adler, auch „Schneekugel-Nebel“ genan­nt, hat er dann aber wieder ziel­sich­er aufgespürt.

Die letzte Runde allein

Nach­dem Ben sich ins Bett ver­ab­schiedet hat­te, habe ich die Nacht für mich alleine ausklin­gen lassen. Ich habe M12 und M10 im Schlangen­träger beobachtet, musste dort aber bald wegen aufziehen­der Wolken abbrechen. Weit­er ging es mit der Feuer­rad-Galax­ie M101. Die kleinen Haufen NGC654 und NGC663 waren eher unauf­fäl­lig, wobei NGC663 mit seinen schö­nen Dop­pel­ster­nen punk­tete. M52 präsen­tierte sich mit einem sehr auf­fäl­li­gen, hellen orangenen Stern am Rand. Dann gab es noch den „Muskelmän­nchen-Haufen“ (St2) – ich muss zugeben, dass ich diese Form ein­fach nie wirk­lich erken­nen kann, egal wie oft ich mir vorher Fotos anschaue. Zum Abschluss gab es noch ein paar Klas­sik­er: h & Chi, Kem­bles Kaskade mit dem Stern­haufen NGC1502 – den ich im nur schwach sicht­baren Stern­bild Giraffe ein­fach grob anvisiert und per Such­er einge­fan­gen habe –, den weitläu­fi­gen Stern­haufen M34 mit seinen vie­len Dop­pel­ster­nen und schließlich NGC6940.

Fazit zum Astrocamping

Was bleibt von diesem Kurzurlaub? Es waren ein paar unglaublich entspan­nte Tage. Ich kon­nte wieder viele nette Gle­ich­gesin­nte ken­nen­ler­nen, habe so viel Zeit wie sel­ten am Oku­lar ver­bracht und füh­le mich tat­säch­lich erholter als nach zwei Wochen Stran­durlaub. Ein per­fek­ter Abschluss für diesen Trip!

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  • Astrocamping_5: Matze Schmidt
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