Astrocamping VB 12.07.2026 Tag 3

Lesedauer 2 Minuten
Vater-Sohn-Nacht in der Sternenwelt

Der dritte Tag meines Urlaubs begann damit, dass ich Mit­tags meinen Sohn Ben abge­holt habe. Er hat sich schon auf das Camp­en und vor allem auf die gemein­samen Beobach­tungsnächte gefreut. Wir haben den Tag entspan­nt mit ein­er Mis­chung aus Feder­ball, Schach und Boc­cia ver­bracht – eine willkommene Abwech­slung, bevor es wieder hieß: Teleskope klarmachen.

Ben übernimmt das Steuer

Als die Däm­merung ein­set­zte, starteten wir zunächst damit, dass Seestar einzuricht­en. Ben hat sich entsch­ieden einen Teil des Cir­rus­nebels aufzunehmen. Unsere Beobach­tungsrunde startete dann wie gewohnt mit dem Klei­der­bügel­haufen Cr399 im Stern­bild Fuchs, den wir uns gemein­sam durch das Fer­n­glas angeschaut haben. Dann aber gab es einen Rol­len­wech­sel: Ben über­nahm dies­mal die Führung und steuerte die Objek­te selb­st­ständig an.

Nach anfänglichen Schwierigkeit­en die Stern­bilder und Sterne am Him­mel zu erken­nen klappte es dann mit Brille wesentlich bess­er. Der Ringnebel M57 in der Leier war sein erstes Ziel, gefol­gt von den Kugel­stern­haufen M13, M92 und dem kleinen „Mäuse­gesicht“ NGC 6229 im Herkules. Bei den Galax­ien M81 und M82 im Großen Bären sowie der Whirlpool-Galax­ie M51 und M101 in den Jagdhun­den traf er beim ersten Ver­such ins Schwarze. Was soll ich sagen? Ich war schw­er beein­druckt, wie ziel­sich­er er diese Objek­te im Dob­son eingestellt hat. Danach gön­nten wir uns noch den schö­nen Eulen­haufen NGC 457 und den Dop­pel­stern­haufen h&Chi im Perseus, bevor wir noch ein­mal einen Blick auf M13 gewor­fen haben. Ich habe Ben dann von dem Pro­peller in M13 berichtet. Nach eini­gen Augen­blick­en inten­siverem Beobacht­en meinte er dann er hätte den dun­klen „Pro­peller“ im Inneren des Haufens erkan­nt. Ich habe dies­mal zwar angestrengt hingeschaut, kon­nte ihn aber beim besten Willen nicht aus­machen – der junge Adlerblick eben!

Von Planetarischen Nebeln bis zum „Stephans Quintett“

Nach Bens erfol­gre­ich­er Serie habe ich wieder über­nom­men und den plan­e­tarischen Nebel NGC 6210 im Herkules eingestellt. Er ist ein schwieriger Kan­di­dat, der erst bei hoher Ver­größerung wirk­lich seine Details preisgibt.

Später am Abend haben wir uns den Cir­rus­nebel im Schwan vorgenom­men. Wir haben ihn sowohl im Über­sicht­soku­lar als auch mit mit­tlerer Ver­größerung bestaunt – der „Stur­mvo­gel“ und die „Hex­en­hand“ sind ein­fach immer wieder spek­takulär. Ein beson­ders span­nen­der Ver­such war „Stephans Quin­tett“ im Pega­sus; wir kon­nten immer­hin eine der Galax­ien zweifels­frei aus­machen. Zum Abschluss durfte natür­lich M31 im Fer­n­glas und „Car­o­lines Rose“ NGC 7789 im Stern­bild Kas­siopeia nicht fehlen, bevor wir als let­zten Höhep­unkt Sat­urn beobachteten.

Es war ein richtig toller Abend. Zu sehen, wie Ben mit der Tech­nik und den Stern­bildern umge­ht, hat mir fast genau­so viel Spaß gemacht wie die Beobach­tun­gen selb­st. Müde, aber zufrieden sind wir dann in unsere Zelte gekrochen.

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