Geduldsprobe mit Wolkenlücken
Nach den brillanten Nächten zuvor zeigte sich der Himmel heute leider von seiner launischen Seite. Zu Beginn war es fast durchgehend bewölkt, und nur an wenigen Stellen blitzten kurz ein paar Sterne durch. Ben hatte bei diesem Lotteriespiel mit den Wolken irgendwann keine Lust mehr und zog sich ins Zelt zurück – absolut verständlich, denn man musste ständig darauf lauern, wo sich endlich eine Lücke auftut. Der Anblick durch das Teleskop war anfangs leider weit hinter dem zurück, was wir in den letzten Tagen gewohnt waren.
Die Jagd nach der Supernova
Durch einen unserer Platznachbarn erfuhr ich dann von einer aktuell entdeckten Supernova in der Galaxie NGC 3310. Das war natürlich eine Steilvorlage! Ich wollte sie unbedingt visuell aufspüren und auch fotografisch mit dem Seestar festhalten. Beim ersten Versuch war die Galaxie auf dem Foto aufgrund der Wolkenschleier kaum von den Sternen zu unterscheiden – sie ist ohnehin schon sehr klein und bei den Bedingungen war das eine echte Herausforderung.
Um die Wartezeit sinnvoll zu nutzen, während ich auf ein größeres Fenster am Himmel hoffte, nahm ich den Trifidnebel M20 mit dem Seestar auf. Parallel dazu habe ich mich visuell etwas „warmgeschaut“ und das Fernglas für Cr399 und den Trifidnebel genutzt. Im Teleskop habe ich dann noch M13 und M92 beobachtet.
Der Himmel reißt auf

Wie so oft bei unserem Hobby wurde die Geduld belohnt: Der Himmel wurde im Laufe der Nacht doch noch besser. Mit ein bisschen Starhopping und Unterstützung durch die Nachbarschaft konnte ich die Supernova in NGC 3310 schließlich visuell ausfindig machen – ein tolles Gefühl, wenn man den kleinen Lichtpunkt trotz der widrigen Umstände dingfest macht. Auch der zweite fotografische Versuch mit dem Seestar war nun erfolgreich; auf dem Bild war die Galaxie deutlich als solche zu erkennen. Die Supernova hat dann auch Ben nochmal aus dem Zelt gelockt.Hatten wir doch gemeinsam vor zwei Jahren das letzte Mal ebenfalls im Vogelsberg eine Supernova beobachten können.
Nachdem Ben sich dann wieder zur Ruhe gesetzt hatte, habe ich die letzte klare Phase noch genutzt, um im Sternbild Adler den planetarischen Nebel NGC 6781 zu beobachten. Er ist sehr klein, rund und erst mit mittlerer Vergrößerung wirklich deutlich zu sehen. Zum Abschluss dieser etwas zähen, aber am Ende doch erfolgreichen Nacht durfte der „Wildentenhaufen“ M11 im Schild nicht fehlen – am besten kam er bei 127-facher Vergrößerung zur Geltung.



