Astrocamping VB 13.07.2026 Tag 4

Lesedauer 2 Minuten
Geduldsprobe mit Wolkenlücken

Nach den bril­lanten Nächt­en zuvor zeigte sich der Him­mel heute lei­der von sein­er lau­nis­chen Seite. Zu Beginn war es fast durchge­hend bewölkt, und nur an weni­gen Stellen blitzten kurz ein paar Sterne durch. Ben hat­te bei diesem Lot­ter­iespiel mit den Wolken irgend­wann keine Lust mehr und zog sich ins Zelt zurück – abso­lut ver­ständlich, denn man musste ständig darauf lauern, wo sich endlich eine Lücke auf­tut. Der Anblick durch das Teleskop war anfangs lei­der weit hin­ter dem zurück, was wir in den let­zten Tagen gewohnt waren.

Die Jagd nach der Supernova

Durch einen unser­er Platz­nach­barn erfuhr ich dann von ein­er aktuell ent­deck­ten Super­no­va in der Galax­ie NGC 3310. Das war natür­lich eine Steil­vor­lage! Ich wollte sie unbe­d­ingt visuell auf­spüren und auch fotografisch mit dem Seestar fes­thal­ten. Beim ersten Ver­such war die Galax­ie auf dem Foto auf­grund der Wolken­schleier kaum von den Ster­nen zu unter­schei­den – sie ist ohne­hin schon sehr klein und bei den Bedin­gun­gen war das eine echte Herausforderung.

Um die Wartezeit sin­nvoll zu nutzen, während ich auf ein größeres Fen­ster am Him­mel hoffte, nahm ich den Tri­fid­nebel M20 mit dem Seestar auf. Par­al­lel dazu habe ich mich visuell etwas „war­mgeschaut“ und das Fer­n­glas für Cr399 und den Tri­fid­nebel genutzt. Im Teleskop habe ich dann noch M13 und M92 beobachtet. 

Der Himmel reißt auf

Wie so oft bei unserem Hob­by wurde die Geduld belohnt: Der Him­mel wurde im Laufe der Nacht doch noch bess­er. Mit ein biss­chen Starhop­ping und Unter­stützung durch die Nach­barschaft kon­nte ich die Super­no­va in NGC 3310 schließlich visuell aus­find­ig machen – ein tolles Gefühl, wenn man den kleinen Licht­punkt trotz der widri­gen Umstände dingfest macht. Auch der zweite fotografis­che Ver­such mit dem Seestar war nun erfol­gre­ich; auf dem Bild war die Galax­ie deut­lich als solche zu erken­nen. Die Super­no­va hat dann auch Ben nochmal aus dem Zelt gelockt.Hatten wir doch gemein­sam vor zwei Jahren das let­zte Mal eben­falls im Vogels­berg eine Super­no­va beobacht­en können.

Nach­dem Ben sich dann wieder zur Ruhe geset­zt hat­te, habe ich die let­zte klare Phase noch genutzt, um im Stern­bild Adler den plan­e­tarischen Nebel NGC 6781 zu beobacht­en. Er ist sehr klein, rund und erst mit mit­tlerer Ver­größerung wirk­lich deut­lich zu sehen. Zum Abschluss dieser etwas zähen, aber am Ende doch erfol­gre­ichen Nacht durfte der „Wilden­ten­haufen“ M11 im Schild nicht fehlen – am besten kam er bei 127-fach­er Ver­größerung zur Geltung.

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