Januar 26: Kembles Kaskade & NGC1502

Objekt des Monats
Lesedauer 2 Minuten
Überblick

Kem­bles Kaskade ist eine auf­fäl­lige Ster­nen­kette, an deren Ende sich der offene, aber recht kom­pak­te Stern­haufen NGC 1502 befind­et. Bei­de Objek­te liegen im Stern­bild Giraffe (Camelopardalis). Die Stern­kette beste­ht aus ein­er schein­bar zufäl­lig aneinan­derg­erei­ht­en Folge heller und schwächer­er Sterne, die sich über mehr als zwei Grad am Him­mel erstreckt. Physikalisch gehören die Sterne der Kaskade und der Stern­haufen nicht zusam­men, bilden visuell jedoch eine beson­ders har­monis­che und ästhetis­che Einheit.

Lage und Auffinden

Das Stern­bild Giraffe ist ins­ge­samt rel­a­tiv lichtschwach und besitzt keine sehr markan­ten Sterne. Kem­bles Kaskade liegt nordöstlich des Perseus in einem ins­ge­samt stern­ar­men Gebi­et. Sie hebt sich jedoch bere­its im Sucher­fer­n­rohr oder im Fer­n­glas durch ihre auf­fäl­lige lin­eare Ster­nanord­nung deut­lich vom Hin­ter­grund ab. Als grobe Ori­en­tierung kann die gedachte Verbindungslin­ie von Mir­fak (α Per­sei) in Rich­tung Polarstern dienen. Etwa nach einem Drit­tel dieser Strecke liegt Kem­bles Kaskade leicht ober­halb dieser Lin­ie und fällt im Fer­n­glas oder im Such­er durch ihre lin­eare Ster­nanord­nung auf.

NGC 1502 markiert das Ende der Kaskade. Der Stern­haufen ist auch in kleineren Instru­menten als leicht verdichtete Ster­nansamm­lung gut zu erkennen.

Beobachtung

Kem­bles Kaskade ist ein typ­is­ches Weit­fel­dob­jekt und zeigt sich bere­its in einem Fer­n­glas mit etwa 50 mm Öff­nung als glitzernde Ster­nen­kette aus rund 20 bis 25 Ster­nen. Am Teleskop sollte eine geringe Ver­größerung gewählt wer­den, um die voll­ständi­ge Länge der Kaskade erfassen zu können.

Mit etwas höher­er Ver­größerung gelingt dann auch die Auflö­sung des Stern­haufens NGC 1502 am Ende der Kette. Beson­ders auf­fäl­lig sind hier die bei­den hellen Stern­paare im Zen­trum, die dem Haufen ein charak­ter­is­tis­ches Erschei­n­ungs­bild verleihen.

Hintergründe und Fakten

Die Sterne der Kaskade ste­hen – wie bere­its erwäh­nt – wed­er untere­inan­der noch mit dem Stern­haufen in ein­er physikalis­chen Verbindung. Der schein­bare Zusam­men­hang entste­ht auss­chließlich durch unsere Per­spek­tive auf die räum­liche Anord­nung dieser Sterne.

NGC 1502 hinge­gen ist ein echter offen­er Stern­haufen in ein­er Ent­fer­nung von etwa 3.000 Licht­jahren. Er beste­ht aus rund 49 Ster­nen mit Hel­ligkeit­en zwis­chen etwa 7 und 11 mag, wobei die bei­den hell­sten Sterne im Zen­trum Mag­ni­tu­den von etwa 7 und 8 erre­ichen. Das Alter des Stern­haufens beträgt unge­fähr elf Mil­lio­nen Jahre, sein Durchmess­er liegt bei rund sechs Lichtjahren.

Ent­deckt wurde NGC 1502 am 3. Novem­ber 1787 vom deutsch-britis­chen Astronomen Friedrich Wil­helm Herschel.

Hier noch eine Auswahl an Beobach­tungs­bericht­en in denen Kem­bles Kaskade vorkommt:

Pfaf­fen­wies­bach am 12.10.2018
Vogels­berg am 24.08.2022
Vogels­berg am 10.08.2024

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Bildquellen

  • Objekt_des_Monats: Matze Schmidt
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