Mai 26 — Der Doppelsternhaufen h & chi Persei

Objekt des Monats
Lesedauer 2 Minuten
Überblick

Der Dop­pel­stern­haufen h und chi Per­sei (oder NGC 869 und NGC 884) ist eines der prachtvoll­sten und beein­druck­end­sten Deep-Sky-Objek­te am nördlichen Ster­nen­him­mel.
Er befind­et sich im Stern­bild Perseus, nahe der Gren­ze zur Kas­siopeia. Mit bloßem Auge unter dun­klem Him­mel als nebliger Fleck erkennbar, ent­pup­pt er sich optisch als zwei dicht beieinan­der ste­hende, bril­lante Ster­nansamm­lun­gen, die an funkel­nde Dia­man­ten erinnern.

Lage und Auffinden

h und chi Per­sei sind sehr leicht zu find­en, da sie genau zwis­chen zwei sehr markan­ten Stern­bildern liegen: der Kas­siopeia (dem bekan­nten „Himmels‑W“) und dem Perseus.
Um den Dop­pel­stern­haufen aufzusuchen, nutzt man am besten das Stern­bild Kas­siopeia. Zieht man eine gedachte Lin­ie durch die bei­den mit­tleren Sterne des „W“ (Gam­ma Cas­siopeiae und Ruch­bah) und ver­längert diese etwa um das Zweifache nach unten in Rich­tung des Stern­bilds Perseus, stößt man fast unweiger­lich auf h und chi. Unter einem guten Land­him­mel sind sie bere­its ohne optis­che Hil­f­s­mit­tel als länglich­er, heller Schim­mer auf dem Band der Milch­straße auszu­machen. Im Fer­n­glas offen­bart sich dann sofort die volle Pracht des Objekts.

Beobachtung

h und chi Per­sei sind klas­sis­che Paradeob­jek­te für Fer­ngläs­er und Teleskope bei schwach­er Ver­größerung. Da das Paar zusam­men einen Bere­ich von etwa einem Grad am Him­mel ein­nimmt (was zwei Voll­mond­durchmessern entspricht), ist das Sicht­feld viel­er Teleskope bei hoher Ver­größerung bere­its zu klein, um bei­de Haufen gle­ichzeit­ig zu erfassen.
In einem 10x50 Fer­n­glas zeigen sich die bei­den Haufen wun­der­bar plas­tisch einge­bet­tet in das reiche Ster­nen­feld der Milch­straße. Im Teleskop bei niedriger Ver­größerung und mit einem Weitwinkeloku­lar rauben sie einem fast den Atem: Man blickt auf hun­derte eng gepack­te Sterne vor dem schwarzen Hin­ter­grund des Alls. Ein beson­der­er Reiz liegt in den Far­bun­ter­schieden. Bei genauerem Hin­se­hen fall­en zwis­chen den vie­len heißen, bläulich-weißen Ster­nen einige rötliche Über­riesen auf, die dem Ganzen eine wun­der­schöne far­bliche Dynamik verleihen.

Die beiden offenen Sternhaufen h und Chi Persei im Sternbild Perseus
h & Chi Persei
Hintergründe und Fakten

Im Gegen­satz zu Aster­is­men wie dem Klei­der­bügel­haufen han­delt es sich bei h und chi Per­sei um echte, physikalisch zusam­menge­hörige offene Stern­haufen. Bei­de Haufen sind etwa 8.200 Licht­jahre von uns ent­fer­nt und Teil des Perseus-Spi­ralarms unser­er Milch­straße.
Die Haufen sind astronomisch gese­hen extrem jung. Ihr Alter wird auf nur etwa 12 bis 14 Mil­lio­nen Jahre geschätzt. Auf­grund ihrer enor­men Leuchtkraft und Aus­dehnung sind sie schon seit der Antike bekan­nt. Der griechis­che Astronom Hip­parch verze­ich­nete sie bere­its im Jahr 130 v. Chr. in seinen Aufze­ich­nun­gen als nebli­gen Fleck.

Fazit

Der Dop­pel­stern­haufen ist ein absolutes High­light am Nachthim­mel und ent­täuscht nie. Er ist leicht zu find­en, erfordert keine teure Aus­rüs­tung und bietet bere­its in kleinen Optiken einen unvergesslichen Anblick. Seine funkel­nde Stern­fülle macht ihn zu einem ide­alen Vor­führob­jekt für Ein­steiger, da das „Aha-Erleb­nis“ beim Blick durch das Oku­lar garantiert ist. Er gehört fest zum Reper­toire eines jeden Sternenfreundes.

Hier noch eine Auswahl an Beobach­tungs­bericht­en, in denen der Dop­pel­stern­haufen vorkommt:

Orsin­gen am 18.07.2025
WHAT 2024 am 31.08.24 Teil 2
Vogels­berg am 13.10.2018

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Bildquellen

  • Objekt_des_Monats: Matze Schmidt
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