Wasserkuppe am 07.11.2020

Wasserkuppe am 07.11.2020

Lesedauer 4 Minuten

Wie so oft wenn der Mond eigentlich die nächtliche Dunkel­heit stört war auch an diesem Tag wieder klar­er Him­mel voraus­ge­sagt. Da es aber ein aus­re­ichend großes Zeit­fen­ster bis zum Mon­dauf­gang gab sollte es dieses mal auf die Wasserkuppe gehen. Bish­er war ich dort noch nicht für eine Beobach­tungsnacht. Ich kon­nte es kaum erwarten und wollte, da das Wet­ter auch so schön war, noch ein wenige die Wasserkuppe bei Tages­licht genießen. Außer­dem kon­nte ich mich so gut mit den Örtlichkeit­en im Hellen ver­traut machen. Kurz vor der Däm­merung trafen dann noch Andreas, Mona und Jan ein. Gemein­sam sind wir dann vom Park­platz aus bis nach oben gefahren und haben dort unsere Aus­rüs­tung aufgebaut.

Die Beobach­tungsnacht habe ich heute dann mal nicht mit M13 begonnen son­dern mit eini­gen Objek­ten im Stern­bild Kas­siopeia. Die ersten Objek­te waren hier M52 (ein offen­er Stern­haufen), NGC7789 auch Car­o­lines Rose genan­nt und natür­lich NGC457 (der Eulen­haufen) sowie M101 ein weit­er­er offen­er Stern­haufen. Bei Car­o­lines Rose haben sich die Struk­turen deut­lich vom Him­mel abge­set­zt. Ein wahrer Genuss unter einem solch guten Himmel.

Im Anschluss daran habe ich mir einige Galax­ien im Stern­bild Großer Bär angeschaut. Die drei Galax­ien M51, M81 und M82 zählen eben­falls zu meinen Liebling­sob­jek­ten die ich mir nicht oft genug anschauen kann. Auf­grund des tiefen Standes waren sie zwar nicht so spek­takulär anzuschauen, aber ger­ade bei der Zigarre M82 hat sich das Staub­band in der Mitte der Galax­ie deut­lich abgezeichnet.

Dobson auf der WasserkuppeFoto: Matze SchmidtDa nun Jupiter und Mars auf ein­er ganz guten Beobach­tung­shöhe standen habe ich den bei­den auch noch einen Besuch abges­tat­tet. Jupiter war sehr schön zu sehen. Die Wolken­bän­der waren gut zu erken­nen. Der Mars hat mich im Gegen­satz zu mein­er Beobach­tung im Vogels­berg wieder etwas ent­täuscht. Zwar kon­nte man wieder leichte Struk­turen erken­nen, aber bei weit­em nicht so gut wie dort. 

Nach dem kurzen Aus­flug zu den Plan­eten habe ich mich wieder auf die Deep Sky Beobach­tung gestürzt. An der Rei­he war nun der Cir­rus­nebel im Stern­bild Schwan. Der Cir­rus­nebel war unter dem tollen Him­mel ein­fach traumhaft. Die Struk­turen haben sich richtig deut­lich gezeigt. Es war ein wahrer Genuss mit dem Teleskop den kom­plet­ten Kom­plex abz­u­fahren. Begonnen beim Stur­mvo­gel und dann langsam die Knochen­hand ent­lang und wieder zurück. Her­rlich. Näch­ster Stop war dann der Kugel­stern­haufen M13 im Stern­bild Herkules. Auch dieser kommt unter dun­klem Him­mel noch ein­mal viel bess­er zu Geltung.

Zwis­chen­durch habe ich auch immer mal wieder die Objek­te im direk­ten Ver­gle­ich in meinem kleinen 6 Zoll New­ton auf mein­er Goto Mon­tierung meines kleinen MAKs beobachtet. Ist natür­lich nicht zu ver­gle­ichen, aber durch die Nach­führung ist es schon ein anderes Beobacht­en. Es ist doch recht angenehm, wenn man nicht ständig mit der Hand nach­führen muss. Vielle­icht kaufe ich mir ja mal eine EQ- Plat­tform für mein 16 Zoll Dobson. 

Als näch­stes habe ich mir in bei­den Teleskopen M31 angeschaut. Im 16er sind hier natür­lich schon die Struk­turen der Galax­ie zu sehen gewe­sen. Die guten Bedin­gun­gen haben mich dazu ver­an­lasst einen neuen Ver­such zu starten den Kugel­stern­hauen G1 am Rande der Androm­e­da­galax­ie zu suchen. Nach ca. 45 Minuten habe ich das lei­der erfol­g­los abge­brochen. Im Nach­hinein denke ich, dass ich ein­fach noch zu nah am Kern der Galax­ie war und ihn deswe­gen nicht gefun­den habe. Vielle­icht klappt es ja beim näch­sten Mal. 

Nach meinem erfol­glosen Ver­such mit G1 habe ich mir ein paar leichte Objek­te vorgenom­men. Als erstes das Dop­pel­stern­sys­tem Algol im Stern­bild Perseus und im Anschluss noch den Dop­pel­stern Ala­mak im Stern­bild Androm­e­da sowie den roten Riesen Mirach welch­er sich eben­falls im Stern­bild Androm­e­da befind­et. Bei Mirach habe ich dann natür­lich auch noch NGC404 (Mirachs Geist) beobachtet. Hier­bei han­delt es sich um eine Zwerggalax­ie in unmit­tel­bar­er Nähe zu dem Dop­pel­stern­sys­tem. Danach habe ich mir noch das Dop­pel­stern­sys­tem Albireo im Stern­bild Schwan angeschaut. 

Im Anschluss habe ich dann den Kugel­stern­haufen M15 im Stern­bild Pega­sus beobachtet. Als näch­stes habe ich dann das Stern­bild Drache aufge­sucht um hier die bei­den Objek­te NGC6543 und NGC6503 zu beobacht­en. NGC6543, auch als Katzenau­gen­nebel beze­ich­net, ist ein­er der kom­plex­esten plan­e­tarischen Nebel. Visuell ist er jedoch auch mal schnell zu überse­hen wenn man nicht weiß was einen erwartet. Die ersten Ver­suche haben mich damals einige Zeit gekostet. NGC6503 ist eine Spi­ral­galax­ie und um einiges ein­fach­er zu finden. 

Die let­zten Objek­te des Abends waren dann zunächst ein paar offene Stern­haufen. Die bei­den Stern­haufen M37 und M36 im Stern­bild Fuhrmann und dann natür­lich noch die Ple­jaden im Stern­bild Sti­er. Im Sti­er habe ich dann noch den Krabben­nebel M1 beobachtet. Auch hier zeigten sich erneut die tollen Bedin­gun­gen in dieser Nacht und an diesem Ort. 

Der MondFoto: Matze SchmidtDen endgülti­gen Abschluss bildete dann unser Tra­bant der Mond. Hier hat sich wieder mein neuer Polar­i­sa­tion­fil­ter bezahlt gemacht. Damit kann ich endlich auch mit meinem 16 Zoll Teleskop den Mond beobacht­en ohne danach Blind zu sein. Und die Details die sich mir damit offen­barten waren echt wahnsin­nig toll. Ich kon­nte richtig die Steile der Krater­rände sehen und feine Struk­turen die ich so noch nicht auf dem Mond gese­hen hat­te. Echt ein Genuss der lei­der auf dem Foto, das ich gemacht habe nicht so rüber kommt wie beim Beobacht­en. Im Anschluss haben wir dann abge­baut und sind wieder nach Hause gefahren. 

Der Him­mel in der Rhön ist wirk­lich eine tolle Erfahrung. Lei­der ist es auf der Wasserkuppe doch so, dass es offen­sichtlich viele Men­schen nachts dort oben hinzieht. Das wäre ja nicht weit­er schlimm, wenn diese nicht bewaffnet mit Weißlicht sämtliche Dunke­ladap­tion der Augen zer­stören wür­den. Das hat schon ziem­lich gen­ervt zwischendurch.

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Bildquellen

  • Teleskop­WK: Matze Schmidt
  • Mond­WK: Matze Schmidt
  • Milch­straßeWK: Matze Schmidt
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