Partielle Sonnenfinsternis — 12.08.2026

Am 12.08.2026 stand mal wieder eine partielle Sonnenfinsternis über Deutschland an. Die letzte im Jahr 2021 war mit einer Bedeckung von gerade mal ca. 11% nicht wirklich aufregend. Diesmal waren für Offenbach immerhin 88,2% zu erwarten. Das ist dann schon um einiges mehr und sollte auch deutlich wahrnehmbarer sein. Spanien hat da noch mehr Glück, denn dort kann man eine totale Sonnenfinsternis erleben – und das nicht nur in diesem Jahr, sondern auch im nächsten.

Da ich mit ein paar Astrofreunden im nächsten Jahr eine kleine Spanienreise zur totalen Sonnenfinsternis unternehmen werde, war die partielle Sonnenfinsternis in Deutschland für uns alle eine Art Generalprobe für die Ausrüstung und die Aufnahmemethoden.

Die Suche nach dem richtigen Beobachtungsort

Zunächst hieß es aber erst mal, einen geeigneten Standort zu ermitteln, an dem man eine relativ freie Sicht Richtung Westen hat, da die Sonnenfinsternis zum Zeitpunkt des Sonnenuntergangs stattfinden sollte. Dazu habe ich mir auf dem Smartphone die App "Sun Surveyor" installiert. Diese App projiziert den aktuellen oder den Sonnenstand eines beliebigen Datums direkt in die Kameransicht des Smartphones (siehe Bild). Damit ausgerüstet habe ich mich zunächst in der Nähe auf Standortsuche begeben und wurde auch schnell fündig: Der Parkplatz an einer Gaststätte in Bieber – die Käsmühle – war ideal.

Wir haben uns dann für den Mittwoch um 18 Uhr auf dem Parkplatz verabredet. Mit dabei waren Andy mit Freundin und ihrem Sohn, Jana, meine Wenigkeit mit meinem Sohn sowie meine Mutter mit einer Freundin. Später kamen dann noch mein Arbeitskollege mit seiner Familie und einige andere dazu, die wir bis dahin nicht kannten.

Aufbau und erste Beobachtungen

Am Parkplatz angekommen, haben Andi und ich unsere Ausrüstung aufgebaut. Ben hat mir beim Aufstellen und Einrichten der Teleskope geholfen. Ich hatte unser kleines H-Alpha-Teleskop und das Seestar S50 dabei sowie noch ein Dutzend Finsternisbrillen. Das Seestar hatten wir eingepackt, um eine Timelapse-Aufnahme zu erstellen. Bevor es dann mit der Sonnenfinsternis um 19:19 Uhr losging, haben wir im H-Alpha-Teleskop schon eine riesige Protuberanz bestaunen können.

Gegen 19 Uhr kamen dann noch einige andere Interessierte – manche mit Fotoausrüstung, andere lediglich mit SoFi-Brillen ausgestattet. Es war eine angenehme und lockere Atmosphäre, und man ist schnell miteinander ins Gespräch gekommen. Dann ging es endlich los, und man konnte bestaunen, wie sich der Mond Stück für Stück vor die Sonne geschoben hat.

Wir haben den Fortschritt der Sonnenfinsternis mit den SoFi-Brillen und im H-Alpha-Teleskop beobachtet. Zwischendurch habe ich auch mal bei Andi auf seine Aufnahmen geschaut.

Der Höhepunkt

Als sich das Spektakel dem Höhepunkt näherte, bemerkte man dies auch an den Temperaturen und an den Lichtverhältnissen. Obwohl es keine totale Sonnenfinsternis war, wurde es dennoch spürbar kühler. Das Licht hatte zudem eine ungewöhnliche rötliche Färbung angenommen – ganz anders als z. B. bei einem normalen Sonnenuntergang.

So gegen 20:30 Uhr tauchte die Sonne dann bereits tief in die Baumwipfel ab. Unsere Aufnahme am Seestar habe ich daraufhin beendet und den Rest nur noch mit der SoFi-Brille verfolgt, so lange es noch möglich war.

Ergebnis der Generalprobe

Bei mir ist die Generalprobe leider nicht ganz geglückt. Das Seestar hat bei Timelapse-Aufnahmen anscheinend ein Problem mit der Sonnennachführung. Im aufgezeichneten Video ist die Sonne teilweise mehrfach hin und her gesprungen. Ich konnte das zwar durch aufwendige Nachbearbeitung und das Entfernen nicht weniger Frames korrigieren, aber ich hatte mir das Ergebnis wesentlich besser vorgestellt. Dann in Zukunft vielleicht doch besser Einzelaufnahmen machen und diese selber zu einem Video zusammenfügen! Hier das Ergebnis der Videoaufnahme und eine Collage mit der Auswahl einiger Frames aus dem Video:

Sonnenfinsternis 12.08.2026 Fotocollage



Astrocamping VB 14.07.2026 Tag 5

Ein krönender Abschluss unter Sternen

Nach der etwas durchwachsenen Nacht mit viel Bewölkung sah es in dieser finalen Nacht endlich wieder wesentlich besser aus. Ich habe die erste halbe Stunde für mich alleine am Teleskop genutzt. Der Kleiderbügelhaufen Cr399 war mein erster Anlaufpunkt – diesmal habe ich ihn direkt über den optischen Sucher meines Dobsons angesteuert. Der Ringnebel M57 und der Kugelsternhaufen M3 wirkten zu diesem frühen Zeitpunkt noch recht blass und diffus, da der Himmel noch etwas aufgehellt war und leichte Bewölkung durchzog. Den Eulenhaufen NGC457 habe ich mir zur Einstimmung noch einmal kurz im Fernglas vorgenommen.

Ben übernimmt wieder das Steuer

Dann kam Ben dazu und übernahm erneut das Kommando am Teleskop. M13 im Herkules zeigte sich nun von seiner besten Seite: richtig kräftig und beeindruckend, selbst bei hoher Vergrößerung. Auch M3 in den Jagdhunden war jetzt ein echter Genuss und nicht mehr so blass wie zu Beginn der Nacht. Ben war richtig in Fahrt: Cr399 und die Galaxie M31 hatte er im Fernglas sofort auf Anhieb gefunden. Beim Ringnebel M57 wollte es diesmal zwar nicht auf Anhieb klappen, aber M13 war im Fernglas wieder sicher im Visier.

Anschließend haben wir noch einmal gemeinsam den Eulenhaufen NGC457 im Dobson genossen. Danach war der offene Sternhaufen M29 an der Reihe. Beim „Kühlturm-Haufen“ ist mir zudem ein interessantes Detail aufgefallen: Bei mittlerer Vergrößerung konnte ich feststellen, dass im Inneren des Rechtecks des „Kühlturms“ noch einmal vier Sterne in exakt der gleichen Anordnung stehen.

Ben hat im Anschluss auch M81 (Bode-Galaxie) und M82 (Zigarrengalaxie) wieder sofort gefunden – die Zigarre zeigte sich heute mit einem sehr deutlich erkennbaren Staubband.

Die Suche nach der Herausforderung

Ben wollte nun etwas Schwierigeres suchen. Wir haben den Schwierigkeitsgrad mit dem „Kleinen Hantelnebel“ M76 leicht gesteigert – ein Objekt, das man aufgrund seiner geringen Größe schnell einmal übersieht. Das nächste Ziel war dann wesentlich kniffliger: NGC6778 im Sternbild Adler, ein planetarischer Nebel ähnlich wie M76, aber noch etwas kleiner. Ben hat ihn zwar nicht gefunden, dafür aber NGC 6760 ins Okular bekommen. Bei 127-facher Vergrößerung wirkte dieser fast wie ein planetarischer Nebel. Eine Recherche am nächsten Tag ergab jedoch: Es ist ein Kugelsternhaufen. Hätten wir höher vergrößert, wäre uns das wohl direkt aufgefallen! Den planetarischen Nebel NGC6781 im Adler, auch „Schneekugel-Nebel“ genannt, hat er dann aber wieder zielsicher aufgespürt.

Die letzte Runde allein

Nachdem Ben sich ins Bett verabschiedet hatte, habe ich die Nacht für mich alleine ausklingen lassen. Ich habe M12 und M10 im Schlangenträger beobachtet, musste dort aber bald wegen aufziehender Wolken abbrechen. Weiter ging es mit der Feuerrad-Galaxie M101. Die kleinen Haufen NGC654 und NGC663 waren eher unauffällig, wobei NGC663 mit seinen schönen Doppelsternen punktete. M52 präsentierte sich mit einem sehr auffälligen, hellen orangenen Stern am Rand. Dann gab es noch den „Muskelmännchen-Haufen“ (St2) – ich muss zugeben, dass ich diese Form einfach nie wirklich erkennen kann, egal wie oft ich mir vorher Fotos anschaue. Zum Abschluss gab es noch ein paar Klassiker: h & Chi, Kembles Kaskade mit dem Sternhaufen NGC1502 – den ich im nur schwach sichtbaren Sternbild Giraffe einfach grob anvisiert und per Sucher eingefangen habe –, den weitläufigen Sternhaufen M34 mit seinen vielen Doppelsternen und schließlich NGC6940.

Fazit zum Astrocamping

Was bleibt von diesem Kurzurlaub? Es waren ein paar unglaublich entspannte Tage. Ich konnte wieder viele nette Gleichgesinnte kennenlernen, habe so viel Nächte hintereinander wie selten am Okular verbracht und fühle mich tatsächlich erholter als nach zwei Wochen Strandurlaub. Ein perfekter Abschluss für diesen Trip!

Falls Du noch mehr Aufnahmen von DeepSky-Objekten sehen möchtest kannst Du gerne in meiner neu angelegten Fotogalerie vorbeischauen.

Gerne kannst Du weiter unten einen Kommentar hinterlassen. Konstruktive Kritik ist natürlich genauso willkommen wie positive Kommentare. Vielleicht hast Du ein Objekt aus diesem Bericht ebenfalls schon beobachtet und möchtest Deine Beobachtungen dazu hier teilen.




Astrocamping VB 13.07.2026 Tag 4

Geduldsprobe mit Wolkenlücken

Nach den brillanten Nächten zuvor zeigte sich der Himmel heute leider von seiner launischen Seite. Zu Beginn war es fast durchgehend bewölkt, und nur an wenigen Stellen blitzten kurz ein paar Sterne durch. Ben hatte bei diesem Lotteriespiel mit den Wolken irgendwann keine Lust mehr und zog sich ins Zelt zurück – absolut verständlich, denn man musste ständig darauf lauern, wo sich endlich eine Lücke auftut. Der Anblick durch das Teleskop war anfangs leider weit hinter dem zurück, was wir in den letzten Tagen gewohnt waren.

Die Jagd nach der Supernova

Durch einen unserer Platznachbarn erfuhr ich dann von einer aktuell entdeckten Supernova in der Galaxie NGC 3310. Das war natürlich eine Steilvorlage! Ich wollte sie unbedingt visuell aufspüren und auch fotografisch mit dem Seestar festhalten. Beim ersten Versuch war die Galaxie auf dem Foto aufgrund der Wolkenschleier kaum von den Sternen zu unterscheiden – sie ist ohnehin schon sehr klein und bei den Bedingungen war das eine echte Herausforderung.

Um die Wartezeit sinnvoll zu nutzen, während ich auf ein größeres Fenster am Himmel hoffte, nahm ich den Trifidnebel M20 mit dem Seestar auf. Parallel dazu habe ich mich visuell etwas „warmgeschaut“ und das Fernglas für Cr399 und den Trifidnebel genutzt. Im Teleskop habe ich dann noch M13 und M92 beobachtet.

Der Himmel reißt auf

Wie so oft bei unserem Hobby wurde die Geduld belohnt: Der Himmel wurde im Laufe der Nacht doch noch besser. Mit ein bisschen Starhopping und Unterstützung durch die Nachbarschaft konnte ich die Supernova in NGC 3310 schließlich visuell ausfindig machen – ein tolles Gefühl, wenn man den kleinen Lichtpunkt trotz der widrigen Umstände dingfest macht. Auch der zweite fotografische Versuch mit dem Seestar war nun erfolgreich; auf dem Bild war die Galaxie deutlich als solche zu erkennen. Die Supernova hat dann auch Ben nochmal aus dem Zelt gelockt.Hatten wir doch gemeinsam vor zwei Jahren das letzte Mal ebenfalls im Vogelsberg eine Supernova beobachten können.

Nachdem Ben sich dann wieder zur Ruhe gesetzt hatte, habe ich die letzte klare Phase noch genutzt, um im Sternbild Adler den planetarischen Nebel NGC 6781 zu beobachten. Er ist sehr klein, rund und erst mit mittlerer Vergrößerung wirklich deutlich zu sehen. Zum Abschluss dieser etwas zähen, aber am Ende doch erfolgreichen Nacht durfte der „Wildentenhaufen“ M11 im Schild nicht fehlen – am besten kam er bei 127-facher Vergrößerung zur Geltung.

Hier noch eine Aufnahme des Wildentenhaufens M11 im Sternbild Schild:

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Astrocamping VB 12.07.2026 Tag 3

Foto vom Gelände der Sternenwelt Vogelsberg mit Astrocamping
Vater-Sohn-Nacht in der Sternenwelt

Der dritte Tag meines Urlaubs begann damit, dass ich Mittags meinen Sohn Ben abgeholt habe. Er hat sich schon auf das Campen und vor allem auf die gemeinsamen Beobachtungsnächte gefreut. Wir haben den Tag entspannt mit einer Mischung aus Federball, Schach und Boccia verbracht – eine willkommene Abwechslung, bevor es wieder hieß: Teleskope klarmachen.

Ben übernimmt das Steuer

Als die Dämmerung einsetzte, starteten wir zunächst damit, dass Seestar einzurichten. Ben hat sich entschieden einen Teil des Cirrusnebels aufzunehmen. Unsere Beobachtungsrunde startete dann wie gewohnt mit dem Kleiderbügelhaufen Cr399 im Sternbild Fuchs, den wir uns gemeinsam durch das Fernglas angeschaut haben. Dann aber gab es einen Rollenwechsel: Ben übernahm diesmal die Führung und steuerte die Objekte selbstständig an.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten die Sternbilder und Sterne am Himmel zu erkennen klappte es dann mit Brille wesentlich besser. Der Ringnebel M57 in der Leier war sein erstes Ziel, gefolgt von den Kugelsternhaufen M13, M92 und dem kleinen „Mäusegesicht“ NGC 6229 im Herkules. Bei den Galaxien M81 und M82 im Großen Bären sowie der Whirlpool-Galaxie M51 und M101 in den Jagdhunden traf er beim ersten Versuch ins Schwarze. Was soll ich sagen? Ich war schwer beeindruckt, wie zielsicher er diese Objekte im Dobson eingestellt hat. Danach gönnten wir uns noch den schönen Eulenhaufen NGC 457 und den Doppelsternhaufen h&Chi im Perseus, bevor wir noch einmal einen Blick auf M13 geworfen haben. Ich habe Ben dann von dem Propeller in M13 berichtet. Nach einigen Augenblicken intensiverem Beobachten meinte er dann er hätte den dunklen „Propeller“ im Inneren des Haufens erkannt. Ich habe diesmal zwar angestrengt hingeschaut, konnte ihn aber beim besten Willen nicht ausmachen – der junge Adlerblick eben!

Von Planetarischen Nebeln bis zum „Stephans Quintett“

Nach Bens erfolgreicher Serie habe ich wieder übernommen und den planetarischen Nebel NGC 6210 im Herkules eingestellt. Er ist ein schwieriger Kandidat, der erst bei hoher Vergrößerung wirklich seine Details preisgibt.

Später am Abend haben wir uns den Cirrusnebel im Schwan vorgenommen. Wir haben ihn sowohl im Übersichtsokular als auch mit mittlerer Vergrößerung bestaunt – der „Sturmvogel“ und die „Hexenhand“ sind einfach immer wieder spektakulär. Ein besonders spannender Versuch war „Stephans Quintett“ im Pegasus; wir konnten immerhin eine der Galaxien zweifelsfrei ausmachen. Zum Abschluss durfte natürlich M31 im Fernglas und „Carolines Rose“ NGC 7789 im Sternbild Kassiopeia nicht fehlen, bevor wir als letzten Höhepunkt Saturn beobachteten.

Es war ein richtig toller Abend. Zu sehen, wie Ben mit der Technik und den Sternbildern umgeht, hat mir fast genauso viel Spaß gemacht wie die Beobachtungen selbst. Müde, aber zufrieden sind wir dann in unsere Zelte gekrochen.

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Astrocamping VB 11.07.26 Tag 2

Unsere Ausrüstung auf dem Gelände der Sternenwelt Vogelsberg

Nachdem ich den Tag überwiegend in einer halbliegenden Position im Campingstuhl verbracht und zwischendurch immer mal wieder kurz weggedämmert bin, wurde ich gegen Abend dann doch wieder munterer. Mit Einsetzen der Dämmerung machte ich mich schließlich daran, meine Ausrüstung für die kommende Nacht vorzubereiten.

Eine Nacht der Klassiker: Von Fernglas-Highlights bis zur hohen Vergrößerung

Während es noch dämmerte, habe ich den Abend mit dem Kleiderbügelhaufen Cr399 im Sternbild Fuchs begonnen – ein Anblick, der bei mir einfach immer für gute Laune sorgt. Auch der Kugelsternhaufen M3 in den Jagdhunden war ein schöner Einstieg. Danach habe ich mich an Epsilon Lyrae in der Leier versucht. Zunächst wollte mir das System nicht ins Netz gehen, doch beim zweiten Anlauf hatte ich ihn: Während man im optischen Sucher nur die zwei Hauptkomponenten als Doppelstern erkennt, offenbart sich die Vierfachnatur bei der hohen 323-fachen Vergrößerung in meiner Dobson-Optik erst richtig.

Anschließend habe ich mich weiter durch den Sommerhimmel gearbeitet. Albireo, der wunderbare Doppelstern im Schwan, durfte natürlich nicht fehlen. Auf der Suche nach NGC 6905 im Kleinen Fuchs hatte ich diesmal leider kein Glück, aber dafür lief es bei anderen Objekten umso besser. Der Kugelsternhaufen M107 im Schlangenträger war gut zu beobachten, gefolgt vom Klassiker M13 im Herkules, der mich wie immer begeistert.

Von weiteren Beobachtungen im Schlangenträger habe ich aufgrund der niedrigen Höhe des Sternbildes dann aber abgesehen.

Streifzug durch den Schützen und darüber hinaus

Später habe ich die Region um den Schützen genossen. Da mir dort aufgrund der Lichtverhältnisse die Orientierung an den Sternen etwas fehlte, habe ich kurzerhand zum Fernglas gegriffen. Hier reicht die grobe Richtung und ein wenig Schwenken völlig aus, um die Objekte zu finden. M8 (Lagunennebel) und M20 (Trifidnebel) sind auch im Fernglas fantastisch und bieten einen tollen Kontrast zum restlichen Himmel.

Als es dann auch Richtung Westen endlich dunkler wurde, habe ich mich an die schwierigeren Fälle gewagt. Der Eulennebel M97 im Großen Bären war zunächst nur sehr schwach auszumachen, wurde aber durch den Einsatz des UHC-Filters deutlich kontrastreicher. Ähnlich erging es mir bei der Whirlpool-Galaxie M101, die ebenfalls sehr zart wirkte. Ein echtes Highlight war für mich diesmal wieder der Cirrusnebel im Schwan. Durch die 127-fache Vergrößerung konnte ich noch deutlich mehr feine Strukturen und Details in den Filamenten erkennen als sonst. Danach zog es mich weiter zu NGC 6934, einem sehr kleinen, aber feinen Kugelsternhaufen im Sternbild Delphin.

Abschluss der Beobachtungsnacht

Gegen Ende der Nacht habe ich mich dann an die Klassiker im Norden und Osten gemacht: Die Galaxien M81, M82 und M109 im Großen Bären standen auf dem Programm. Auch M71, der Kugelsternhaufen im Pfeil, war ein lohnendes Ziel. Bei der Suche nach M76 im Perseus habe ich diesmal einen kleinen Kniff angewendet und mich an zwei hellen Sternen in der Nachbarschaft orientiert, was das Auffinden deutlich erleichterte. Den krönenden Abschluss bildeten der offene Sternhaufen NGC 6939 im Kepheus, die kleine Galaxie NGC 404 in der Andromeda sowie der Blick auf die Andromedagalaxie M31, die ich mit dem Fernglas zum Abschied noch einmal kurz genossen habe.

Hier noch eine Aufnahme vom Omeganebel die ich in dieser Nacht mit dem Seestar gemacht habe:

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Astrocamping VB 10.07.26 Tag 1

Unsere Ausrüstung auf dem Gelände der Sternenwelt Vogelsberg
Sommerurlaub in der Natur

Sommerurlaub in der Ferne – das muss nicht immer sein. Unseren Sommerurlaub verbringen wir dieses Jahr auf dem Gelände der Sternenwelt Vogelsberg. Fünf Tage nur in der Natur und mit einem fantastischen nächtlichen Sternenhimmel – mehr Erholung geht kaum. Was mich auch sehr gefreut hat: Denis aus Berlin war mit von der Partie. Er hat seinen Urlaub kurzerhand mit Astrocamping verbunden.

Plackerei mit der Packerei

Am Freitagmorgen um 7 Uhr habe ich mein übliches „Auto-Tetris“ gespielt und versucht, so viel wie möglich in mein kleines Auto zu bekommen. Leider musste ich ein paar Dinge wie Pavillon, Kleiderschrank und H-Alpha-Teleskop zu Hause lassen. Pavillon und Schrank sind verschmerzbar, aber das H-Alpha-Teleskop hätte ich schon ganz gerne dabei gehabt. Um viertel nach acht war ich dann abreisebereit und machte mich auf den Weg – zunächst noch ohne Ben, da er noch andere Pläne hatte. Ihn hole ich dann am Sonntag ab.

Ankunft in Stumpertenrod

Denis war bereits vor mir vor Ort, da er mitten in der Nacht um 3 Uhr in Berlin gestartet ist. Wir haben dann zunächst unsere beiden großen Zelte aufgebaut und die Autos entladen. Danach hieß es erst mal: Entspannen. Gemütlich im Stuhl sitzen und immer mal wieder die Augen schließen – bei der Ruhe hier ist das einfach herrlich.

Zwischendurch hat sich Andy bei mir aufgrund meines Status bei WhatsApp gemeldet und spontan seinen Besuch am Abend angekündigt. Seine Ausrüstung hat er allerdings zu Hause gelassen, da ihm die Nächte im Sommer für Astroaufnahmen zu kurz sind. Außerdem hatte er noch seine Freundin Ella dabei, die am nächsten Tag arbeiten musste.

Gegen Abend haben Denis und ich erst mal ein paar Würstchen auf den Grill geworfen; schließlich bekommt man auch vom „Rumsitzen“ Hunger. Nach dem Essen war für mich wieder Entspannung angesagt, während Denis eine Runde spazieren ging. Noch bevor es dunkel wurde, trafen Andy und Ella ein. Wir haben uns nett unterhalten und gemeinsam auf den Einbruch der Dunkelheit gewartet.

Die ersten Objekte der Nacht

Wer meine Berichte verfolgt, wird sich nun sicher denken, dass das erste Objekt – wie so oft – der Kugelsternhaufen M13 war. Diesmal jedoch nicht! Der Kleiderbügelhaufen Cr399 im Sternbild Fuchs hatte die Ehre, das erste Objekt zu sein. Im Fernglas war der Bogen des Bügels bereits gut zu sehen, die gerade Sternenkette war jedoch noch etwas schwach.

Danach folgte der Kugelsternhaufen M13 im Sternbild Herkules. Aufgrund des noch nicht ganz dunklen Himmels war er zwar schon ganz nett anzuschauen, blieb aber noch weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Als Nächstes haben wir den Ringnebel M57 in der Leier beobachtet. Im Anschluss gab es ein weiteres Lieblingsobjekt: den Eulenhaufen NGC 457 im Sternbild Kassiopeia.

Der Himmel zeigt, was er kann

Nun wurde der Himmel richtig gut. Das Band der Milchstraße war deutlich zu sehen und auch die schwächeren Sterne einiger Sternbilder traten klar hervor. Im Sternbild Fuchs habe ich den Hantelnebel M27 beobachtet; er hob sich deutlich vom Hintergrund ab und seine charakteristische Form war hervorragend zu erkennen.

Nach dem Hantelnebel war der „Blinking Nebular“ NGC 6826 im Schwan an der Reihe. Mit geringer Vergrößerung übersieht man ihn schnell – vor allem, weil er sich oft erst zeigt, wenn man leicht am Zentralstern vorbeischaut. Doch bereits mit mittlerer Vergrößerung springt er einem fast ins Auge. Dieses Objekt finde ich nach wie vor total faszinierend.

Ein nicht ganz so spektakuläres, aber dennoch sehr schön anzusehendes Objekt ist der Kugelsternhaufen NGC 6229 im Herkules. Der kleine Haufen steht zusammen mit zwei weiteren Sternen in einem gleichmäßigen Dreieck. Das hat ihm wohl auch den Spitznamen „Mäusegesicht“ eingebracht: Die beiden Sterne bilden die Augen und der Kugelsternhaufen die Nase der Maus. Die Bedingungen waren heute hervorragend, daher war das „Gesicht“ sehr gut zu sehen. Ebenfalls im Herkules folgte der Kugelsternhaufen M92, für mich neben M13 einer der schönsten seiner Art.

Von Galaxien und Herausforderungen

Das nächste Objekt war der offene Sternhaufen M103 in der Kassiopeia. Danach haben wir die Whirlpool-Galaxie M51 in den Jagdhunden beobachtet. Sie war aufgrund der leichten Himmelsaufhellung in diesem Bereich nicht ganz so gut zu sehen. Nach dem etwas enttäuschenden Blick auf M51 gab es dann zur Freude wieder einen Kugelsternhaufen: M56 in der Leier.

Im Sternbild Schwan gab es mit NGC7027 – auch als „Magic Carpet“ bezeichnet – eine kleine Herausforderung. Dieser planetarische Nebel ist aufgrund seiner geringen Größe nur bei recht hoher Vergrößerung zu erkennen. Mit meinem 5,5-mm-Okular erreiche ich an meinem Dobson eine 323-fache Vergrößerung und kann ihn damit gut ausmachen.

Nach diesem anspruchsvolleren Objekt gab es wieder einen schönen, kleinen offenen Sternhaufen: M29, ebenfalls im Schwan zu finden und auch unter dem Namen „Kühlturm“ bekannt.

Einblicke in fremde Teleskope

Die Nacht war nun schon weit fortgeschritten und ich wollte noch einmal bei der Nachbarschaft durch das eine oder andere Teleskop schauen. So kam ich in den Genuss, in einem 25-Zoll-Dobson den Ringnebel und M13 zu beobachten. Den Zentralstern im Ringnebel konnte ich leider dennoch nicht sehen. Dafür wurde mir aber eine Neuigkeit in M13 präsentiert: Es gibt dort einige dunklere Bereiche, die wie ein Propeller oder das Innere eines Mercedes-Sterns aussehen. Der Besitzer des 25-Zoll-Dobsons verriet mir zudem, dass er die Himmelshelligkeit gemessen hat – mit einem Wert von 21,2 war die Nacht wirklich hervorragend.

Mittlerweile wurde der Himmel wieder heller, ich habe meine Sachen zusammengepackt und bin zufrieden in mein Zelt gekrochen.

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Weibersbrunn am 23.05.2026

Weibersbrunn Ben am Teleskop 16 Zoll Dobson
Spontane Pfingstnacht im Spessart

Am Pfingstwochenende sollte das Wetter endlich mal wieder gut werden und der Himmel in der Nacht klar sein. Also haben mein Sohn und ich uns dazu entschlossen, diese Gelegenheit trotz des fast unübersehbaren Halbmonds zu nutzen, um mal wieder gemeinsam unserem astronomischen Hobby nachzugehen. Da an diesem Wochenende jedoch eine weitere große Leidenschaft von uns stattfand – die Formel 1 –, konnten wir erst nach dem Qualifying in Kanada losfahren. Daher entschieden wir uns für die kürzere Strecke nach Weibersbrunn. Aus unserer Astrogruppe hat sich uns spontan noch Mark angeschlossen. Da wir uns schon länger nicht mehr gesehen hatten, habe ich mich sehr gefreut, ihn heute mal wieder zu treffen.

Effizienter Aufbau in guter Gesellschaft

Als wir gegen 0 Uhr in Weibersbrunn ankamen, war Mark ebenfalls gerade eingetroffen. Wir haben dann zunächst das Seestar aufgebaut und das Ziel eingerichtet, damit wir uns später nicht die Dunkeladaption der Augen versauen. Danach ging es direkt mit dem Aufbau des 16-Zoll-Dobsons weiter. Mark hatte heute nur sein kleines Teleskop dabei, da er nicht ganz so lange bleiben konnte.

Galaxienfrust und Kugelsternhaufen-Pracht im Herkules

Die ersten Objekte des Abends waren die beiden Galaxien M81 und M82 im Sternbild Großer Bär. Aufgrund des doch recht hellen Mondes blieben diese leider weit unter ihren Möglichkeiten zurück. Dankbarer zeigten sich da schon die nächsten Objekte: Der Herkuleshaufen M13 im gleichnamigen Sternbild war trotz des hellen Mondlichts ein toller Anblick – so richtig enttäuscht hat er mich eigentlich noch nie. Auch M92, ein weiterer Kugelsternhaufen im Herkules, war herrlich anzusehen. All diese Objekte habe diesmal nicht ich eingestellt, sondern Ben. Das klappt bei ihm mittlerweile schon richtig gut!

Ein Mäusegesicht im All

Das nächste Objekt habe ich dann wieder übernommen, da es nicht ganz so einfach zu finden ist, wenn man nicht genau weiß, wonach man Ausschau halten muss. Da wir immer noch im Herkules unterwegs waren, haben wir natürlich das „Mäusegesicht“ NGC 6229 beobachtet. Dieser Kugelsternhaufen sieht aufgrund seiner enormen Entfernung von rund 100.000 Lichtjahren wesentlich kleiner aus als seine prominenten Nachbarn. Zusammen mit zwei Sternen in seiner Nähe bildet er ein markantes Dreieck. Dieses Dreieck ähnelt einem Mäusegesicht, wobei NGC 6229 die Nase darstellt.

Sommerhimmel-Klassiker in Leier und Schwan

Weiter ging es danach in den Sternbildern Leier und Schwan. Zunächst haben wir in der Leier den Ringnebel M57 und den Kugelsternhaufen M56 beobachtet. Gegen M92 und M13 hat dieser Kugelsternhaufen jedoch keine Chance; er ist bei Weitem nicht so dicht und groß wie seine Mitstreiter. Im Schwan haben wir uns dann den wunderschönen Doppelstern Albireo angeschaut. Einer der beiden Sterne leuchtet in einem warmen Gelb-Orange-Ton, während der andere tiefblau am Himmel funkelt.

Vom Kleiderbügel zum Nebel-Frust

Was auf der Tour natürlich auch nicht fehlen durfte, ist der Kleiderbügelhaufen Cr399. Dieser Asterismus liegt im Sternbild Fuchs und ist am besten mit dem Fernglas zu beobachten. Ebenfalls im Fuchs zu finden ist der Hantelnebel M27, den wir uns im Anschluss natürlich auch noch angesehen haben. Danach kehrten wir noch einmal zum Schwan zurück, um den Kühlturmhaufen M29 zu beobachten. Schließlich ging es mit dem OIII-Filter am Okular in Richtung Cirrusnebel. Leider war dieser heute extrem schlecht zu sehen. Der durch den Mond leicht aufgehellte Himmel und ein feiner Dunstschleier haben dem Nebel leider jeglichen Kontrast geraubt.

Ein runder Abschluss und das Seestar im Dauereinsatz

Zum Abschluss des Abends standen dann noch der Eulenhaufen NGC 457 im Sternbild Kassiopeia und der Kugelsternhaufen M3 im Sternbild Jagdhunde auf dem Programm. Mittlerweile war es auch bereits kurz nach 3 Uhr und aufgrund der Bedingungen machte es wenig Sinn, noch länger zu bleiben. Wir haben uns dann an den Abbau gemacht, während das Seestar noch munter weiterbelichten durfte. Das Ergebnis der Aufnahme von der Sonnenblumen-Galaxie (M63) seht ihr weiter unten.

Es war mal wieder herrlich, eine Nacht unter freiem Himmel mit dem Teleskop und in guter Gesellschaft zu verbringen. Ich freue mich bereits jetzt auf das nächste Mal!

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Weibersbrunn am 28.12.2025

Beobachtungsplatz in Weibersbrunn

Dieses Jahr war kein sehr erträgliches Jahr, was die Anzahl der Beobachtungsnächte betrifft. Schlechtes Wetter und gesundheitliche Probleme haben mir oft einen Strich durch die Rechnung gemacht und Beobachtungsnächte verhindert. Umso erfreulicher war dann die gestrige klare Nacht. Und auch wenn der Mond recht hell am Himmel stand, hieß es trotzdem: Auto packen und raus. Gegen 17 Uhr machte ich mich schließlich auf den Weg nach Weibersbrunn.

Ankunft in Weibersbrunn

Als ich am Beobachtungsort ankam, waren Andi und Roland bereits vor Ort und hatten ihre Ausrüstung schon aufgebaut. Andi und Roland kennen sich aus einer Fotogruppe, und da Roland sich ebenfalls mit Astrofotografie beschäftigt, hatten die beiden ausgemacht, dass er sich uns an diesem Abend anschließt. Roland hatte seinen 76mm APO von TS und seine Canon Kamera dabei und hat Mondfotos und einige Nachtaufnahmen der Landschaft aufgenommen.

Nach einer kurzen Vorstellung und Begrüßung begann ich damit, meine Ausrüstung auszuladen und aufzubauen. Heute hatte ich auch meinen neuen optischen Sucher dabei, den ich nun endlich testen konnte.

Beginn der Beobachtung

Inspiriert durch einen Artikel in der Astronomiezeitung hatte ich mir für diesen Abend einige Galaxien im Sternbild Giraffe vorgenommen. Eigentlich sind Galaxien bei dem störenden Mondlicht eine eher schlechte Wahl, aber ich hatte schon einmal eine Beobachtungsnacht unter ähnlichen Bedingungen, bei der ich sogar die Feuerradgalaxie sehen konnte. Daher dachte ich mir: Ein Versuch kann nicht schaden.

Die erste Galaxie auf meiner Liste war NGC 2403 im Sternbild Giraffe. Hier zeigte sich jedoch bereits, dass es schwierig werden würde, die Galaxie zu finden. Die Sterne des Großen Bären als Anhaltspunkte waren noch gut zu sehen, aber sämtliche Sterne des Sternbildes Giraffe waren – wenn überhaupt – nur zu erahnen. Ich habe es dennoch mehrere Male versucht, leider ohne Erfolg. Wenigstens mit dem Seestar konnte ich sie parallel einfangen. Die weiteren Galaxien in diesem Sternbild habe ich dann erst einmal auf später verschoben, in der Hoffnung, dass mit fortschreitender Nacht mehr Sterne sichtbar werden.

Das erste erfolgreiche Objekt des Abends war schließlich der Krabbennebel M1 im Sternbild Stier. Beim Krabbennebel handelt es sich um die Überreste einer Supernova aus dem Jahr 1054. Hier zeigte sich aber auch sofort, dass die visuellen Bedingungen an diesem Abend nicht besonders gut waren. Im Okular war lediglich ein sehr diffuser Fleck zu erkennen. Ein ungeübter Beobachter hätte ihn durchaus übersehen können. Auch ein späterer Besuch in der Nacht brachte keine wesentliche Verbesserung. Vielleicht komme ich ja in diesem Winter noch einmal in den Genuss einer Beobachtung bei Neumond.

Offene Sternhaufen

Nach dem eher ernüchternden Blick auf M1 habe ich mir zunächst ein paar offene Sternhaufen vorgenommen. Angefangen habe ich mit M37 im Sternbild Fuhrmann. Er war gut zu sehen und hob sich schön vom Hintergrund ab. Sternhaufen gehen halt bei fast allen Bedingungen und sind immer einen Besuch wert.

Danach habe ich mir im Fuhrmann noch die beiden Sternhaufen M36 und M38 angesehen. Auch diese beiden Haufen waren sehr schön anzusehen. Bei diesen Objekten habe ich zudem einen Blick durch meinen neuen optischen Sucher gewagt – definitiv eine gute Anschaffung. Die Sternhaufen waren im Sucher bereits als kleine Sternwölkchen zu erkennen.

Als Nächstes habe ich die Plejaden beobachtet. Im großen Dobson wirkt der Gesamthaufen natürlich nicht so eindrucksvoll wie in kleineren Geräten oder im Fernglas. Dennoch lohnt sich auch hier ein Blick durch den optischen Sucher. Im Dobson ist dafür die Sternkette „Allys Zopf“ sehr schön zu sehen. Diese Sternkette zieht sich vom hellsten Stern der Plejaden, Alkyone (Ally), weg. Wer diese Sternkette noch nicht bewusst beobachtet hat, sollte das unbedingt einmal nachholen.

Der nächste offene Sternhaufen war Mel 25, der sich ebenfalls im Sternbild Stier befindet. Der Haufen liegt in unmittelbarer Nähe des Hauptsterns des Sternbildes Stier – Aldebaran. Bei dieser Beobachtung ist mir zum ersten Mal aufgefallen, dass die Sterne des Haufens ein wenig wie ein kleines Haus angeordnet sind.

Galaxien für zwischendurch

Nun wollte ich aber doch noch wenigstens einen kurzen Blick auf ein paar Galaxien werfen. Die beiden Galaxien M81 und M82 im Sternbild Großer Bär sind auch unter diesen Bedingungen in der Regel noch gut zu beobachten. Also schwenkte ich mein Dobson in Richtung Großer Bär, und kurz darauf waren beide Galaxien im Okular zu sehen. Viele Details waren allerdings auch an diesem Abend nicht möglich. Das zentrale Staubband der Zigarrengalaxie M82 war nur zu erahnen.

Kleine Notiz am Rande: Bisher konnte ich mir nie merken, welche Nummer die Zigarrengalaxie hat. Gestern ist mir dann endlich eine Eselsbrücke eingefallen. Da die Zigarre durch das Staubband scheinbar in zwei Teile getrennt wird, passt die Nummer 82 perfekt – die „2“ in der „82“ beschreibt das ganz gut.

Zurück zu den Sternhaufen

Nach den beiden Galaxien im Großen Bären habe ich mich wieder den offenen Sternhaufen gewidmet. Angefangen habe ich mit einem meiner Lieblingsobjekte, dem Eulenhaufen NGC457 im Sternbild Kassiopeia. Anschließend bin ich noch einmal zum Stier zurückgekehrt und habe mir dort den offenen Sternhaufen NGC1647 angesehen. Ein eher unscheinbarer Sternhaufen, aber trotzdem ganz schön.

Was bei mir eigentlich nie fehlen darf, ist ein Kugelsternhaufen. Da das Sternbild Herkules an diesem Abend nicht zur Verfügung stand, musste eben der Kugelsternhaufen M15 im Sternbild Pegasus herhalten. Aufgrund der Nähe zum Mond war er zwar deutlich schwächer zu sehen als üblich, aber dennoch ein toller Anblick. Danach habe ich mir noch den offenen Sternhaufen M35 im Sternbild Zwillinge angesehen. Der Haufen ist sehr hell und nicht besonders kompakt, aber ebenfalls ein tolles Objekt.

Mond und Jupiter

Mittlerweile hatte Jupiter eine gute Höhe erreicht, um ihm einen Besuch abzustatten. Ich musste hier allerdings meinen Polarisationsfilter einsetzen, da er sonst sehr hell gewesen wäre. Die Wolkenbänder waren hervorragend zu sehen. Generell war das Seeing an diesem Abend wirklich gut.

Mit aufgeschraubtem Polarisationsfilter habe ich anschließend auch gleich dem Mond einen Besuch abgestattet. Bei geringer Vergrößerung (42×) waren die Krater am Terminator bereits sehr beeindruckend. Noch eindrucksvoller wurde es bei 127-facher Vergrößerung. Es war nicht einmal ein winziges Flimmern zu erkennen, sodass man einen vollkommen ungestörten Blick auf die Kraterränder hatte.

Orion zum Abschluss

Nach der Beobachtung von Mond und Jupiter war zunächst eine kurze Pause nötig, um die Dunkeladaption der Augen wiederherzustellen. Nachdem ausreichend Zeit vergangen war, ging es zum letzten Objekt des Abends – dem Orionnebel M42 im Sternbild Orion. Trotz des hellen Mondlichts offenbarte er feine Strukturen und war wirklich schön anzusehen.

Am 16 Zoll Dobson

Parallel zu den letzten Beobachtungen hatte ich im Seestar noch den Pferdekopfnebel eingestellt. Da Andis Aufnahmen noch nicht fertig waren, habe ich ihm noch ein wenig Gesellschaft geleistet und das Seestar ebenfalls weiter aufnehmen lassen. Zwischendurch bin ich immer mal wieder ans Dobson gegangen und habe dort erneut M1 sowie M81/M82 aufgesucht.

Gegen halb eins haben wir uns schließlich auf den Heimweg gemacht. Es war trotz des störenden Mondlichts ein schöner Beobachtungsabend. Nun heißt es hoffen, dass es im nächsten Jahr öfter klappt.

Zum Abschluss noch das fertige Bild des Pferdekopfnebels. Leider bin ich nur auf 434 × 10 Sekunden Aufnahmezeit gekommen – das sollte ich beim nächsten Mal auf jeden Fall noch aufstocken.

Gerne kannst Du weiter unten einen Kommentar hinterlassen. Konstruktive Kritik ist natürlich genauso willkommen wie positive Kommentare. Vielleicht hast Du ein Objekt aus diesem Bericht ebenfalls schon beobachtet und möchtest Deine Beobachtungen dazu hier teilen. 




Totale Mondfinsternis am 07.09.2025

Mondfinsternis

Heute fand eine totale Mondfinsternis statt – ein Ereignis, das man als Sternfreund nicht verpassen möchte. Für einige Stunden tauchte unser Trabant in den Erdschatten ein und bot das faszinierende Schauspiel eines rötlich verdunkelten Vollmonds. Um kurz nach 20 Uhr standen wir nun also mit vielen anderen Leuten auf einer Brücke über eine Bundesstraße in der Nähe. Diesen Ort habe ich vorher bewusst rausgesucht, da er freie Sicht Richtung Osten und auf den Horizont ermöglicht. Leider meinte es das Wetter zu Beginn nicht gut: dichte Wolken versperrten den Blick, und erst als der Mond bereits wieder aus dem Kernschatten austrat, öffnete sich die Wolkendecke. Immerhin reichte es noch für ein Zeitraffer-Video, das ich mit dem Seestar aufgenommen habe.

„Im Zeitraffer ist zu sehen, wie der Mond den Kernschatten der Erde verlässt und langsam wieder in voller Helligkeit erstrahlt.“

 




WHAT am 23.08.2025

Platz auf dem WHAT

In Vertretung für Matthias, der krankheitsbedingt nicht zum West-Havelländer Astrotreff (WHAT) kommen konnte, schreibe ich (Denis aka Lucius) heute ausnahmsweise einen kleinen Beitrag zum großen Astro-Event im Norden der Republik, das sich Jahr um Jahr als besonders beliebt erweist. Ja, selbst bei schlechten Wetterbedingungen, denn auch dieses Jahr war der ehemalige Sportplatz m idyllischen Dörfchen Gülpe gefüllt mit Zelten und Wohnwagen, in denen Astro-Enthusiasten ausharrten, in der Hoffnung, klare Sicht auf den Himmel zu bekommen. Geduld ist eine Zier, heißt es doch so schön. Da kann es im Sternenpark Westhavelland noch so dunkel sein, wenn das Wetter nicht mitspielt, bleiben die Teleskope verschlossen.

Das WHAT fiel zwar nicht komplett ins Regenwasser, wie vor ein paar Jahren, aber die meiste Zeit über war es doch so bewölkt, dass kaum Freude aufkam. Einzige Ausnahme: Der Samstag, der zwar zur Mittagsstunde einige kurze Ergüsse aggressiven Platzregens mitbrachte (und gegen 16 Uhr etwas Niesel), aber ab etwa halb fünf klares Wetter versprach.

Und so kam es dann auch – kein Wölkchen am Himmel, stattdessen strahlendes Blau über Stunden hinweg, ein wunderbarer Sonnenuntergang und ungestörte Sicht bis in den frühen Morgen des Sonntags hinein. Das Seeing war jedenfalls phänomenal und wurde von etlichen farbenfrohen Sternschnuppen begleitet. Aber dazu später mehr.

Da ich selbst aufgrund der Wetterlage einen Teil meines Aufenthalts absagte und erst am Samstag zum WHAT fuhr, kann ich leider nichts über den ersten Teil des Astrotreffs sagen. Bei meiner Ankunft am Samstag traf ich allerdings auf gemischte Stimmungen. Donnerstag- und Freitagnacht gab es wohl kurze Wolkenlücken, die aber wenig Befriedigung für Sternengucker hinterließen. Am Samstag war es hingegen sehr windig, und obwohl Wetter-Apps gute Bedingungen voraussagten, war noch nicht klar, wie der Abend verlaufen würde. Neun Grad Celsius in der Nacht sprachen für erhöhte Tau-Ansammlungen durch die Luftfeuchtigkeit. Zudem waren solche Temperaturen eine Ansage, wenn man bedenkt, dass wir in den Jahren zuvor teilweise in T-Shirts draußen saßen.

Das Programm des WHAT 2025

Wie üblich gab es gute Verköstigung mit Kaffee, Kuchen und später Gegrilltes vom lokalen Fleischer – und natürlich das leckere Radler namens Astra Kiezmische. Für mich fast schon Grund genug, dort aufzutauchen. Parallel dazu fanden im großen Zelt Vorträge statt.

Vortrag
Vortrag

Sicco Bauer verschaffte uns Einblick in die Ergebnisse des Bürgerwissenschaftsprojekts zur Erfassung künstlicher Beleuchtung, was natürlich gerade in Hinblick auf die Erfolge des Sternenparks Westhavelland eine interessante Anekdote abgab. Anschließend führte uns Dr. Andreas Hänel in seine Recherche zur Sonnenfinsternis in Spanien ein, die nächstes Jahr stattfinden wird. Dabei ging er vor allem auf attraktive Ortschaften für die Beobachtung ein, und warum es wenig Sinn ergibt, in den Norden Spaniens zu fahren, oder nach Mallorca zu fliegen, wenn man die Sonnenfinsternis in ihrer vollen Pracht erleben will. „Abenteuer Nachtfotografie auf La Palma“ lautete der selbsterklärende der Titel des dritten und letzten Vortrags von Tom Radziwill. Wie üblich ein interessantes und kurzweiliges Programm für alle Besucher, direkt vor dem Hauptevent: der nächtlichen Beobachtung.

Frühe Nachtstunden mit Stolperfallen

Kurz vor Sonnenuntergang holten viele ihre Sonnenfilter hervor, um schöne Bilder von unserem lokalen Wärmespender zu erhaschen. Für mich war das allerdings die erste große Enttäuschung des Tages, denn mein Smart-Teleskop (Vaonis Vespera) verweigerte den Dienst mit seinem proprietären Sonnenfilter. Ein loser Pin an der Fassung für das ansteckbare Filter-Modul verhinderte, dass die Software das Modul anerkannte – was wiederum verhinderte, das Gerät in den Solar-Modus zu schalten. Da das kleine Start-Up Vaonis in Frankreich sitzt, wird mich eine Reparatur wahrscheinlich ein Vermögen kosten, obwohl nur ein kleiner Pin lose ist. Ärgerlich.

Immerhin: normale Deep-Sky-Fotografie war damit noch immer möglich, wobei das Gerät sich zuerst falsch kalibrierte und ich somit 45 Minuten lang sinnlos versuchte, Objekte anzuvisieren. Erst ein Neustart brachte Erlösung. Inzwischen kämpfte meine Begleiterin Jule mit ihrem Dwarf II, das zwar Objekte fand, aber schlechte Gain- und Belichtungswerte übernahm, die erst fummelig manuell angepasst werden sollten. Schöne neue Smart-Teleskop-Welt. Sie ist eben doch nicht so bequem und sorgenfrei, wie man sich das ausmalt.

M13
M13 Herkuleshaufen

Dennoch kam ich zu schönen Bildern. Wie üblich holte ich mir zuerst einen Eindruck des Sternhaufens M13, weil das in einer Viertelstunde erledigt ist. Aufgrund des fantastischen Seeings kam ein hervorragendes gestacktes Bild dabei heraus. Anschließend versuchte ich mich am Doppel-Cluster im Perseus h Persei (NGC 869) und Chi Persei (χ Persei, NGC 884) sowie Herschels Spiralhaufen im Sternbild Kassiopeia (NGC 7789). Auch diese Bilder gelangen hervorragend. Für den Der Nordamerika-Nebel (NGC 7000) im Sternbild Schwan wären längere Aufnahmen vonnöten gewesen, um etwas mehr Kontras herauszuholen. Doch genau wie beim Cirrusnebel (NGC 6960) hatte ich mich beim Versuch, gute Mosaik-Aufnahmen zu machen, zeitlich etwas übernommen. Beim nächsten Mal setze ich diese Objekte an den Anfang meiner Liste.

Saturn im Fokus (oder auch nicht)

Für viele Besucher des WHAT hatte der Saturn eine besondere Anziehungskraft, da der Kantenblick auf die Ringe nur alle 13 Jahre sichtbar wird. Zudem würde er genau an diesem Tag die höchste Position in seinem diesjährigen Zyklus am Sternenhimmel einnehmen und parallel mit Neptun auf seiner Bahn entlangfahren.

Die Bedingungen zur Beobachtung waren fantastisch. Die klirrende Kälte sorgte zwar für Tau und häufigen Beschlag auf den Teleskopen, doch dafür gab es so gut wie keine Verwirbelungen am Himmel, sodass man den Saturn und seinen Begleiter Neptun in einer unglaublichen Schärfe sehen konnte.

Auch ich genoss diesen Anblick mithilfe meines Celestron Nextar 8 SE. Doch als ich Aufnahmen mit meiner neuen Planetenkamera machen wollte, kam die zweite Enttäuschung des Abends auf, denn die Nachführung per StarSense Auto-Align-Kamera verlief so unzuverlässig, dass ich den Trabanten nie lange genug in den Fokus bekam, um ihn scharfzustellen. Trotz der Hilfe zweier erfahrener Sternenfotografen kamen wir zu keinem Ergebnis. Ich muss unbedingt einen Weg finden, die Kalibrierung des Go-To-Sensors zu löschen, nur gibt es dazu nichts im Netz, und das Teleskop bietet keine Option für eine Neu-Kalibrierung an. Ich muss wohl mit Celestrons Kundenservice Kontakt aufnehmen.

Darum war für mich die Nacht um viertel nach drei zu Ende – wie für die meisten, die aufgrund der Kälte und ds immer stärker werdenden Taus die Segel strichen. Leicht gefrustet gings in Bett, wobei die Kälte sich als echter Härtetest für meinen Schlafsack herausstellte. Er bestand ihn, aber es gab wahrlich angenehmere Nächte beim WHAT. Ich hoffe jedenfalls auf wärmere Temperaturen im nächsten Jahr. Das ich wieder hinfahren werde, sofern das Wetter halbwegs mitspielt, steht allerdings außer Frage.

Denis Lucius Brown




Orsingen am 18.07.2025

Sonnenuntergang_Orsingen

In den folgenden Nächten nach dem First Light des neuen Dobsons war der Himmel leider durchgehend bedeckt, sodass keine weiteren Beobachtungen möglich waren. Das Dobson wartete – aufgebaut im Zelt – gemeinsam mit uns auf bessere Bedingungen. Diese stellten sich erst am letzten Abend unseres Urlaubs ein. Am Freitag war die Vorhersage bei Meteored vielversprechend, und so vertrieben wir uns die Zeit bis zur Dunkelheit noch mit einer Runde Karten.

Die ersten Objekte

Diesmal war mein Sohn an der Reihe, das Dobson zu bedienen und zu testen. Als erstes stellte er uns den Hantelnebel M27 im Sternbild Fuchs ein. Er war gut zu sehen, doch auch ihm fiel sofort der Unterschied zur Ansicht im großen Dobson auf. Die Details, die man dort erkennt, waren hier nur schwer auszumachen.
Er versuchte sich dann, aus dem Gedächtnis an einige Objekte und ihre Positionen am Himmel zu erinnern, und stellte uns als Nächstes den Ringnebel M57 in der Leier ein. Anschließend erinnerte er sich noch an die beiden Galaxien M51 und M101. Auch diese konnte er mit ein paar kleinen Hinweisen wieder auffinden.
Bei M51 waren beide Galaxien gut zu sehen, und sogar das verbindende Staubband war erkennbar. Bei M101 war ich erstaunt, wie gut er mittlerweile selbst lichtschwache Objekte erkennen kann. Ein ungeübter Beobachter hätte die Feuerradgalaxie leicht übersehen – sie zeigt sich sehr schwach und diffus. Danach nahmen wir uns den Cirrusnebel im Schwan vor. Die beiden Teile, Sturmvogel und Knochenhand, waren gut zu sehen.

Ein paar Sternhaufen

Als Nächstes stellte Ben im Sternbild Kassiopeia den Eulenhaufen NGC457 ein – auch im 10-Zoll-Dobson ein schöner Anblick. Danach sahen wir uns noch NGC7789 an, auch bekannt als Carolines Rose. Die dunklen Bereiche, die den Sternhaufen durchziehen, waren heute allerdings nicht so gut erkennbar. Anschließend beobachteten wir M103, ebenfalls in der Kassiopeia.
Eigentlich wollten wir danach das Muskelmännchen St2 aufsuchen, sind unterwegs aber noch kurz bei h & χ (Ha und Chi) im Perseus gelandet. Diese beiden offenen Sternhaufen wirken im 10-Zoll-Dobson aufgrund der geringeren Vergrößerung etwas schöner als im 16-Zöller.
Das Muskelmännchen konnten wir nicht sicher identifizieren. Ich selbst habe diesen offenen Sternhaufen schon lange nicht mehr beobachtet und konnte ihn daher auch nicht erkennen.

Abschließende Beobachtungen

Zum Abschluss unserer Beobachtungen widmeten wir uns noch unserer Nachbargalaxie M31 in der Andromeda sowie zwei Kugelsternhaufen. Natürlich war einer davon wieder M13 im Sternbild Herkules. Die Transparenz des Himmels war heute deutlich besser als beim First Light, und so hob sich der Haufen auch wesentlich deutlicher vom Himmelshintergrund ab.
Der zweite Kugelsternhaufen war M15 im Pegasus.

Aufgrund der aufziehenden Feuchtigkeit und der fortgeschrittenen Uhrzeit beendeten wir die Beobachtung relativ früh. Am nächsten Morgen mussten wir schließlich zeitig aufstehen, um unser Lager abzubauen und die Heimreise anzutreten.
Mit dieser zweiten Beobachtungsnacht bin ich vom neuen Dobson als Reiseteleskop auf jeden Fall begeistert. Dem nächsten Campingurlaub mit Teleskop steht also nichts mehr im Wege.

Gerne kannst Du weiter unten einen Kommentar hinterlassen. Konstruktive Kritik ist natürlich genauso willkommen wie positive Kommentare. Vielleicht hast Du ein Objekt aus diesem Bericht ebenfalls schon beobachtet und möchtest Deine Beobachtungen dazu hier teilen. 




Neues Reiseteleskop: 10-Zoll Explore Scientific Ultra Light Dobson

Orsingen Platze

Vor einigen Wochen habe ich mein altes 5-Zoll-Maksutov-Reiseteleskop für einen noch ganz ordentlichen Preis bei Kleinanzeigen verkauft. Mit dem Erlös konnte ich die Gunst der Stunde nutzen und ein Angebot für einen Explore Scientific Ultra Light Dobson wahrnehmen: Statt 899 € war das Teleskop für nur 649 € erhältlich.

Warum ein weiteres Teleskop?

Wenn ich in den Campingurlaub fahre, ist mein Auto mit der Campingausrüstung bereits so voll beladen, dass mein geliebter 16-Zoll-Dobson leider nicht mehr hineinpasst. Und da ein kleineres Teleskop günstiger ist als ein größeres Auto, war die Entscheidung recht leicht.

Auch im Hinblick auf zukünftige Reisen – zum Beispiel nach La Palma – ist es sinnvoll, auf ein kompakteres, transportables Teleskop zurückgreifen zu können.

Technische Daten und erster Eindruck

Es handelt sich um einen Dobson der Firma Explore Scientific aus der Serie Ultra Light Generation II DOB. Diese Serie gibt es mit Öffnungen von 10 bis 20 Zoll. Für meine Zwecke habe ich die 10-Zoll-Variante gewählt. Sie bietet eine Brennweite von 1270 mm und ein Öffnungsverhältnis von f/5, was eine sogenannte "schnelle Optik" darstellt: lichtstark, aber mit Komaflächen am Bildrand als kleiner Nachteil.

Die technischen Eckdaten im Überblick:

Öffnung: 254 mm

Brennweite: 1270 mm

Öffnungsverhältnis: f/5

Auflösungsvermögen: 0,45 Bogensekunden

Theoretische Grenzgröße: 13,8 mag

Gewicht (gesamt): ca. 26,4 kg

Transportmaß Spiegelbox + Rockerbox: ca. 40 × 40 × 40 cm

Zubehör: Leuchtpunktsucher im Lieferumfang

Am Mittwoch wurde das Teleskop dann geliefert. Ich habe zunächst alles ausgepackt und nebeneinander auf den Boden gelegt. Dank der Aluminiumkonstruktion ist das Teleskop erstaunlich leicht und kompakt. Der Aufbau ist nahezu werkzeuglos möglich – lediglich zwei der sechs Schrauben der Höhenräder müssen mit dem beiliegenden Inbusschlüssel befestigt werden. Den Erstaufbau hatte ich nach etwa zehn Minuten abgeschlossen.

Die Justage des Hauptspiegels ließ sich mit meinem vorhandenen Laser problemlos durchführen. Erfreulich: Die Einstellung erfolgt bequem von oben mit einem speziellen Werkzeug. Noch am selben Abend konnte ich durchs geöffnete Fenster einen ersten Stern beobachten – das Bild war klar und scharf. Allerdings stellte sich schnell heraus, dass meine schweren 2-Zoll-Okulare ein Gegengewicht nötig machten, welches ich nachbestellen musste.

Der erste Einsatz: Campingurlaub am Bodensee

Am darauffolgenden Freitag starteten wir unseren Campingurlaub in der Nähe des Bodensees – die perfekte Gelegenheit, das neue Teleskop unter realen Bedingungen zu testen. Es ließ sich problemlos zwischen all dem übrigen Gepäck verstauen.

Nach dem Aufbau unseres Zeltes, Kühlschranks und Schranks sowie einem gemütlichen Abendessen, war es endlich Zeit, das Teleskop aufzubauen. Diesmal schaffte ich es in nur fünf Minuten. Den Leuchtpunktsucher justierte ich in der Dämmerung auf einen weit entfernten Baum.

Beobachtungsbericht: Erste Himmelsobjekte

M13 – Kugelsternhaufen im Herkules
Der erste Blick galt M13. Leider zeigte sich hier ein Schwachpunkt: Selbst bei minimaler Helligkeit blendete der Leuchtpunktsucher so stark, dass die umliegenden Sterne kaum sichtbar waren. Dennoch konnte ich M13 finden – nicht so fein aufgelöst wie mit 16 Zoll Öffnung, aber trotzdem ein schöner Anblick.

M57 – Ringnebel in der Leier
Als Nächstes stand M57 auf dem Plan. Doch offenbar hatte ich bei einer Berührung mit dem Kopf den Leuchtpunktsucher verstellt. Kurzerhand befestigte ich meinen Telradsucher mit Panzertape am Hut des Teleskops und justierte ihn mit Hilfe von Vega. Danach klappte das Aufsuchen problemlos.

Beide Sucher sind in der Bedienung etwas gewöhnungsbedürftig – im Gegensatz zu meinem 16-Zöller muss ich mich beim Blick durch die Sucher tatsächlich hinknien. Der Vorteil: Die anschließende Beobachtung der Objekte gelingt bequem im Sitzen.

Weitere Beobachtungen

Ich beobachtete anschließend folgende Objekte:

NGC 457 & NGC 7789 (Cassiopeia)
Carolines Rose war wegen mäßiger Transparenz und aufgehelltem Himmel (Vollmond!) nur schwach zu sehen.

M27 – Hantelnebel (Schwan)
Gut erkennbar, trotz der Bedingungen.

M51 – Whirlpool-Galaxie (Jagdhunde)
Überraschend gut sichtbar, obwohl der Himmel durch den Vollmond nicht optimal war.

Zwischendurch nahm ich mir auch Zeit, den Kleiderbügelhaufen Cr 399 mit dem Fernglas zu betrachten. Als Abschluss suchte ich noch M92 (Herkules) auf, bevor ich zum Ende hin nochmals einen Blick auf M13 warf – nun schon deutlich aufgehellt durch den Mond.

Fazit: Ein gelungener Start

Mit dem First Light des neuen Teleskops bin ich sehr zufrieden. Es lässt sich schnell aufbauen und justieren, die Bewegungen sind geschmeidig, aber nicht zu locker. Die Bildqualität überzeugt – unter besseren Himmelsbedingungen ist hier sicherlich noch mehr möglich.

Einziger Wermutstropfen ist die ungewohnte Arbeitshöhe: Die Suche auf den Knien ist unbequem, aber das ist eben der Preis für Kompaktheit und Transportfreundlichkeit. Umso angenehmer ist es, dass man die Beobachtung selbst dann bequem im Sitzen durchführen kann.




Harbach (Rhön) am 19.06.2025

Harbach Rhön Teleskop
Anreise und Sonnenbeobachtung

Den Brückentag aufgrund des Feiertags am Donnerstag haben mein Sohn und ich genutzt und sind zu einer Freundin und ihrer Tochter in die Rhön nach Harbach gefahren. Die beiden wollten schon länger einmal bei einer Beobachtungsnacht dabei sein, und da sie zu diesem Zeitpunkt in Harbach einen Kurzurlaub verbrachten, haben wir das gleich miteinander verknüpft.

Nach etwa 1,5 Stunden Fahrt kamen wir an der Ferienwohnung in Harbach an. Nach einer kurzen Begrüßung haben wir direkt das H-Alpha-Teleskop aufgebaut und die Sonne beobachtet. Der Aufbau hat sich an diesem Tag auf jeden Fall gelohnt: Neben den Sonnenflecken auf der Oberfläche waren auch einige sehr beeindruckende Protuberanzen zu sehen.

Unterkunft und Vorbereitung

Anschließend ließen wir uns die Unterkunft zeigen – eine wirklich schöne Wohnung mit einem Außenbereich, der sogar einen Pool und einen Whirlpool umfasst. Nach der kurzen Führung haben wir gemeinsam zu Abend gegessen. Danach sind wir ein paar Meter zu Fuß gegangen, um einen geeigneten Aufstellort für das Teleskop zu finden. Zurück an der Ferienwohnung machten wir es uns auf der Gartenterrasse gemütlich und warteten auf die Dämmerung. Gegen 22 Uhr sind wir dann aufgebrochen, um die Ausrüstung aufzubauen.

Erste Objekte bei aufgehelltem Himmel

Bis kurz nach halb zwölf mussten wir leider warten, ehe wir das erste Objekt des Abends beobachten konnten. Da es immer noch recht hell war, begannen wir mit dem Kugelsternhaufen M13. Der Herkuleshaufen war zwar schon gut zu sehen, doch durch den noch leicht aufgehellten Himmel zeigte er sich natürlich weit unter seinem normalen, prächtigen Erscheinungsbild.

Danach beobachteten wir den Ringnebel M57 im Sternbild Leier. Dieser war trotz der noch nicht perfekten Bedingungen erstaunlich gut sichtbar. Als nächstes folgte der Kleiderbügelhaufen Cr399 im Sternbild Fuchs. Diesen beobachteten wir durch den optischen Sucher meines Teleskops, da er im Okular des 16-Zoll-Dobson aufgrund der hohen Vergrößerung nicht mehr vollständig zu erkennen ist.

Farbenfrohe Doppelsterne und erste Galaxien

Ein besonderes Highlight war anschließend Albireo im Sternbild Schwan, eines der schönsten Doppelsternsysteme. Albireo A, der orangefarbene der beiden Sterne, ist ein Roter Riese und etwa sechzigmal so groß wie unsere Sonne.

Danach richteten wir unser Augenmerk auf M51, die Whirlpoolgalaxie im Sternbild Jagdhunde (siehe Foto). Diese zeige ich gerne, weil sie auch bei ungeübten Beobachtern Eindruck hinterlässt – ganz im Gegensatz zu manchen kaum sichtbaren, kleinen Galaxien. Mein Sohn und ich konnten die Spiralarme gut erkennen.

Planetarische Nebel und der Cirruskomplex

Im Anschluss kehrten wir zum Sternbild Fuchs zurück und beobachteten den Hantelnebel M27 (siehe Foto). Da der Schwan inzwischen eine gute Höhe erreicht hatte und der Himmel immer besser wurde, nahmen wir als nächstes den Cirrusnebel ins Visier. Wir begannen beim Sturmvogel (siehe Foto) und wechselten danach zur Knochenhand.

Sternhaufen mit Charakter

Ein weiteres beliebtes Objekt ist der Eulenhaufen NGC 457, auch Libellenhaufen genannt, im Sternbild Kassiopeia. Die meisten erkennen sofort, woher dieser offene Sternhaufen seinen Namen hat. Danach beobachteten wir zwei Galaxien: M81 und M82 im Großen Bären. Die Zigarrengalaxie (M82) ist aufgrund ihrer Form und des Staubbandes in der Mitte das interessantere Objekt.

Rückkehr zu M13 und „Mäusegesicht“

Inzwischen war das Sternbild Herkules weiter gestiegen, sodass wir einen zweiten Blick auf M13 warfen. Jetzt war er ein echter Hingucker und konnte mit seiner Schönheit überzeugen. Ebenfalls im Herkules befindet sich NGC 6229, ein Kugelsternhaufen, der durch zwei nahegelegene Sterne gemeinsam wie ein Mäusegesicht aussieht – wobei der kleine, flauschige Kugelsternhaufen die Nase der Maus bildet.

Abschied der Gäste und weitere Highlights

Danach beobachteten wir den Blinkenden Nebel NGC 6826 im Schwan – ein kleiner, aber sehr interessanter planetarischer Nebel. Unsere beiden Gäste verabschiedeten sich bei diesem Objekt, da sie müde waren und ihnen mittlerweile auch recht kalt wurde. Mein Sohn und ich machten natürlich noch weiter.

Späte Objekte und Galaxien im Fernglas

Das nächste Objekt war der Kühlturmhaufen M29 (siehe Foto) im Sternbild Schwan. Seine Form erinnert an einen Kühlturm, daher der Name. Danach sahen wir uns Carolines Rose NGC 7789  in der Kassiopeia an. Nach dieser „Rose am Himmel“ legten wir erneut einen Stopp im Herkules ein, um den Kugelsternhaufen M92 zu beobachten.

Im Fernglas betrachteten wir anschließend noch einmal den Kleiderbügelhaufen und die Andromedagalaxie M31. Mein Sohn konnte beide Objekte selbstständig finden. Zurück am Dobson beobachteten wir M15, einen weiteren Kugelsternhaufen im Sternbild Pegasus.

Letzte Blicke und Heimfahrt

Abschließend richteten wir das Fernglas auf den Trifidnebel M20 und den Lagunennebel M8. Den Trifidnebel haben wir danach auch noch im Dobson betrachtet – die charakteristische Dreiteilung durch eine Dunkelwolke war gut zu erkennen.

Den Abschluss der Nacht bildeten der Mond und der Saturn. Beide standen jedoch noch recht tief am Horizont, sodass der Anblick nicht überragend war. Da wir nicht mehr so lange warten wollten, bis sie höher standen, haben wir abgebaut und sind nach Hause gefahren. Gegen halb fünf Uhr morgens kamen wir dort an und luden noch das Auto aus.

Informationen zu den Fotos im Beitrag

Die Fotos in diesem Beitrag wurden alle in derselben Nacht aufgenommen. Zum Einsatz kam das Seestar S50. Nachdem der erste Test im Mai im EQ-Modus mit 60 Sekunden Belichtungszeit erfolgreich verlief, haben wir diesmal die Planungsfunktion des Seestars ausprobiert.

Mit dieser Funktion kann man im Voraus das gewünschte Objekt sowie die Aufnahmedauer festlegen – das Seestar arbeitet den Plan dann selbstständig ab. Das ist besonders praktisch, wenn man hauptsächlich visuell beobachten möchte und das Gerät nur nebenbei fotografieren soll. So bleibt die Dunkeladaption der Augen erhalten, da man nicht ständig aufs Handy schauen muss.

Leider führte die Einstellung mit 60 Sekunden Belichtungszeit diesmal zu viel Ausschuss. Viele Aufnahmen wurden gar nicht erst gespeichert, was die Anzahl der verfügbaren Bilder für das anschließende Stacken und Bearbeiten deutlich reduzierte. Beim nächsten Mal stellen wir die Belichtungszeit also besser wieder auf 30 Sekunden ein.




Spontaner Test mit dem Seestar und dem DWARF

Kartenansicht Bieberer Feld

Gestern hatte ich Besuch von Denis aus Berlin. Er war beruflich in Frankfurt unterwegs und hatte auf dem Rückweg in Mainz noch das DWARF – ein kompaktes Smart-Teleskop – abgeholt. Neben seinem großen Celestron besitzt er bereits ein Vespera Smart-Teleskop. Das DWARF hatte er natürlich dabei, und so entschieden wir uns spontan, es gemeinsam zu testen.

Ich habe mein Seestar ebenfalls eingepackt, und wir sind zu einem nahegelegenen Feld gelaufen, um zumindest etwas dunkleren Himmel zu haben.

Erste Tests im EQ-Modus

Beim Seestar gibt es seit einigen Wochen den EQ-Modus und ganz neu die Möglichkeit, mit einer Aufnahmezeit von 60 Sekunden in diesem Modus zu arbeiten. Genau das wollte ich ausprobieren, während Denis die Bedienung und Funktionalität des DWARF testete.

Nach einem etwa 20-minütigen Spaziergang erreichten wir die Stelle, an der ich im vergangenen Jahr auch den Kometen aufgenommen hatte. Ich montierte das Seestar auf ein Stativ mit Kugelkopf, richtete es gemäß Anleitung nach Norden aus und stellte den Breitengrad ein. Anschließend bestätigte ich in der App meine Einstellungen. Das Seestar begann daraufhin automatisch, die Abweichung zum Polarstern zu ermitteln. Diese wird in der App angezeigt, und man muss die Ausrichtung so lange korrigieren, bis alle Werte auf Null stehen.

Das Ganze dauerte vielleicht fünf Minuten – angenehm unkompliziert.

Erste Ergebnisse: M13 und M51

Als erstes Objekt wählte ich M13 im Sternbild Herkules und stellte die Aufnahmezeit auf 60 Sekunden. Ich hatte im Internet gelesen, dass bei so langen Belichtungen die Sterne nicht mehr ganz rund seien – doch mein erster Eindruck war sehr positiv: runde Sterne und durch die längere Belichtung ein deutlich besseres Ergebnis als im bisherigen Azimutal-Modus.

Denis nahm parallel ebenfalls M13 mit dem DWARF auf. Angesichts der kompakten Bauweise und des Preissegments war das Ergebnis bereits ordentlich – und wurde noch besser, nachdem er die Belichtungszeit etwas erhöht hatte.

M51 EQ-Mode 1 Minute

Nach vier Aufnahmen von M13 nahm ich mir als nächstes die Whirlpool-Galaxie M51 im Sternbild Jagdhunde vor. Im Bieberer Feld, wo der Himmel doch recht aufgehellt ist, hatte ich keine allzu großen Erwartungen – doch bereits nach der ersten Aufnahme zeigte sich, welches Potenzial der neue EQ-Modus bietet: beide Galaxien waren zu erkennen, inklusive erster Strukturen (siehe Bild)!

Nach 15 Minuten Aufnahmezeit beendete ich auch diese Session, da sich in diesem Himmelsbereich Wolken zeigten. Ich wechselte noch schnell zum Leo-Triplett, aber dort reichte es leider nur für zwei Aufnahmen, bevor auch hier eine dicke Wolkendecke das Ende einläutete. Wir bauten beide Geräte ab und machten uns auf den Rückweg.

Fazit

Ich muss zugeben: Ich war anfangs recht skeptisch gegenüber dem neuen EQ-Modus und den verlängerten Belichtungszeiten. Im Az-Modus waren 10-Sekunden-Aufnahmen bisher die einzige wirklich zufriedenstellende Option. Bei 20 oder 30 Sekunden zeigten sich bereits erste Sternverzerrungen.
Die häufig im Netz erwähnten Verzerrungen bei 60-Sekunden-Aufnahmen sind vermutlich auf eine ungenaue Ausrichtung im EQ-Modus zurückzuführen – was sich mit etwas Sorgfalt offenbar gut vermeiden lässt.

Dass die Ausrichtung im EQ-Modus so einfach und schnell funktioniert, hätte ich nicht erwartet. Genau das ist für mich entscheidend, denn ich möchte möglichst wenig wertvolle visuelle Beobachtungszeit durch aufwendigen Aufbau verlieren. Aber: Die fünf Minuten investiere ich bei solchen Ergebnissen sehr gerne.

Hier noch die beiden Fotos die ich zu Testzwecken gemacht hatte:

M 13 EQ-Mode 4 Minuten

M 51 EQ-Mode 15 Minuten




10 Jahre visuelle Astronomie

Polarlichter im Vogelsberg
Ein besonderes Jubiläum

Im April dieses Jahres war es ziemlich genau zehn Jahre her, dass mein Sohn und ich zum ersten Mal den Mond und den Jupiter im Teleskop bestaunen konnten. Fast zwei Jahre später gelang es uns dann, auf dem ITV in Gedern gemeinsam unsere ersten beiden Deep-Sky-Objekte zu beobachten.

Erfahrungen, Entwicklungen und Ausrüstung

In den darauffolgenden Jahren erlebten wir viele tolle Momente – und ich unternahm auch einige Versuche, meine Beobachtungen fotografisch festzuhalten. Letzteres war nicht immer von Erfolg gekrönt, doch mein Fokus lag – und liegt – schließlich nach wie vor auf der visuellen Beobachtung.

Auch in puncto Ausrüstung hat sich in dieser Zeit einiges getan: Ich habe vieles angeschafft – und manches davon auch wieder verkauft, da es sich im Nachhinein als weniger geeignet oder nicht ganz zufriedenstellend für meine Zwecke herausstellte.

Die Zahl der Himmelsobjekte, die ich bisher beobachten konnte, liegt mittlerweile bei 194. Welche das im Einzelnen sind, lässt sich im entsprechenden Beitrag („Update meiner Beobachtungsliste“) nachlesen.

Mein aktueller Ausrüstungsstand

Mit meiner aktuellen Ausrüstung bin ich – zumindest Stand heute – an einem Punkt angekommen, der mich vollkommen zufriedenstellt:
Ich besitze ein 16-Zoll-Dobson-Teleskop für die visuelle Beobachtung, ein Smart-Teleskop zur fotografischen Erweiterung meiner Berichte sowie ein H-Alpha-Sonnenteleskop, mit dem ich die Sonne im H-Alpha-Licht beobachten kann. Dabei lassen sich Protuberanzen, Sonnenflecken und die Granulation der Sonnenoberfläche erkennen.

Neues Design zum Jubiläum

Anlässlich dieses Jubiläums habe ich auch das Design meiner Webseite überarbeitet. Ich hoffe, das neue Erscheinungsbild gefällt – sowohl optisch als auch in der Bedienung – und lädt zum Stöbern und Mitlesen ein.

Ausblick – was noch kommt

Ich bin gespannt, welche Erlebnisse und Eindrücke die kommenden Jahre für mich bereithalten.

Im Anschluss folgt ein kurzer Rückblick auf die vergangenen zehn Jahre – in Form einer Diashow.
Du kannst die Diashow automatisch abspielen lassen – klicke dazu einfach auf „Play“.
Gerne kannst Du Dir auch meinen Song „Galaxienträume“ dazu anhören. Klicke dafür auf der Wiedergabeleiste unter den Fotos ebenfalls auf „Play“.




Weibersbrunn am 30.04.2025

Teleskop in der Dämmerung
Endlich wieder eine klare Nacht

Nachdem der Winter dieses Jahr erneut recht geizig mit klaren Nächten war und ich außerdem oft krank gewesen bin, hat es gestern endlich mal wieder gepasst: Die Wettervorhersage war gut, ich war gesund – und am nächsten Tag hatte ich frei. Also haben Marc, Andi und ich uns spontan zu einem kleinen Astrotreff in Weibersbrunn verabredet. Zu Besuch kamen außerdem mein Arbeitskollege Michael mit seiner Freundin Lena.

Anreise und Ankunft

Gegen 20 Uhr am Abend brach ich in Richtung Weibersbrunn auf. Als ich ankam, war Andi bereits vor Ort und mit dem Aufbau seiner Ausrüstung beschäftigt. Ich lud mein Auto aus und begann, meinen Dobson und den Seestar aufzubauen. Währenddessen traf auch Marc mit seinem 8-Zoll-Dobson ein. Da wir uns schon länger nicht mehr gesehen hatten, unterhielten wir uns erst einmal eine Weile. Mit Einbruch der Dämmerung kamen dann auch Michael und Lena dazu.

Es geht endlich los

Die ersten Objekte des Abends waren der Mond mit einer schmalen Sichel und der Jupiter – für alles andere war es noch zu hell. Aber auch das sind lohnenswerte Beobachtungsziele. Mit zunehmender Dämmerung konnten wir dann das erste Deep-Sky-Objekt beobachten: den Herkuleshaufen M13 im gleichnamigen Sternbild. Aufgrund des noch recht hellen Himmels war er allerdings noch nicht in voller Pracht zu sehen. Deshalb suchten wir im Anschluss zwei weitere Sternhaufen auf: zunächst den Eulenhaufen NGC 457 in der Kassiopeia, danach M103, der sich ebenfalls in diesem Sternbild befindet.

Die ersten Galaxien der Nacht

Mit zunehmender Dunkelheit konnten wir die erste Galaxie der Nacht beobachten: die Whirlpoolgalaxie M51 im Sternbild Jagdhunde. Sie war schon gut zu erkennen, zeigte aber noch nicht viele Details. In diesem Himmelsabschnitt lag auch unser nächstes Ziel: der Eulennebel M97, ein planetarischer Nebel im Sternbild Großer Bär. Von dieser Art Nebel gibt es rund 1600 in unserer Milchstraße. Danach beobachteten wir noch die Galaxien M81 und M82, die sich ebenfalls im Großen Bären befinden.

Über das Stargate zu weiteren Galaxien

Das nächste Objekt war der Asterismus STF 1659, auch bekannt als Stargate im Sternbild Rabe. Ich habe ihn letztes Jahr zum ersten Mal beobachtet, und er gehört schon zu meinen Lieblingsobjekten – ich muss unbedingt mal ein Foto mit dem Seestar machen. Im Anschluss beobachteten wir die Sombrerogalaxie M104. Ihren Namen verdankt sie ihrem Aussehen: ein schmales Staubband und ein heller Kern verleihen ihr eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Sombrero. Sie zählt zu den hellsten Galaxien des Frühlingshimmels. Das Stargate und M104 liegen nicht weit auseinander.

Galaxien im Haar der Berenike

Als Nächstes ging es ins Sternbild Haar der Berenike. Dort beobachteten wir die Nadelgalaxie NGC 4565 und eine meiner Lieblingsgalaxien – die Black-Eye-Galaxie M64. Danach folgten die Walgalaxie NGC 4631 sowie NGC 4656, auch bekannt als Fischhaken- oder Hockeyschläger-Galaxie. Den vorläufigen Abschluss unserer Galaxienjagd bildete das Leo-Triplet im Sternbild Löwe. Es besteht aus den Galaxien M66, M65 und NGC 3628. Wenn alle drei im Okular sichtbar sind, erinnern sie an ein Gesicht mit schmalem Mund.

Einige tolle Kugelsternhaufen

Nach all den Galaxien war es Zeit für etwas Abwechslung. Wir wandten uns einigen Kugelsternhaufen zu. Den Anfang machte M53 im Haar der Berenike, gefolgt von M3 im Sternbild Jagdhunde – bei hoher Vergrößerung sehr beeindruckend! Dann schauten wir uns noch einmal M13 im Herkules an. Jetzt stand er höher und der Himmel war dunkler – ein echter Genuss. Ebenfalls im Herkules besuchten wir das „Mäusegesicht“ NGC 6229. Auch dieser Haufen war heute sehr gut zu sehen. Den Abschluss dieser Serie bildete M92, ebenfalls im Herkules.

Nochmal zur Whirlpoolgalaxie

Später nahmen wir noch einmal M51 ins Visier. Nun waren ihre Spiralarme deutlich zu erkennen. Danach beobachteten wir die Feuerradgalaxie M101 im Großen Bären – visuell nach wie vor eine Herausforderung, wie ich finde.

Blinkender Nebel und eine Rose am Himmel

Ein Objekt, das für mich inzwischen zu jeder Beobachtungsnacht gehört, ist der planetarische Nebel NGC 6826, auch „Blinking Nebula“ genannt. Wenn man den Zentralstern direkt ansieht, verschwindet der Nebel – schaut man leicht daran vorbei, erscheint er wieder. Er liegt im Sternbild Schwan. Ein weiteres Highlight war der offene Sternhaufen NGC 7789, auch „Carolines Rose“ genannt. Er befindet sich in der Kassiopeia und erinnert durch seine Struktur und die dunklen Bereiche zwischen den Sternen an eine Rosenblüte.

Ein einsamer Kleiderbügel

Nachdem Michael und Lena sich verabschiedet hatten, schnappte ich mir mein Fernglas und schaute mir Cr 399 – den Kleiderbügelhaufen – im Sternbild Füchschen an. Danach ging es mit dem Dobson weiter: Ich beobachtete den Cirrusnebel NGC 6960, auch bekannt als „Sturmvogel“. Natürlich durfte auch der als „Knochenhand“ bezeichnete Teil des Cirrusnebels nicht fehlen. Beide Nebelteile habe ich aber schon deutlich besser gesehen. Anschließend warf ich noch einen Blick auf die Galaxie NGC 4559 im Haar der Berenike.

Die letzten Objekte der Nacht

Da der Skorpion zu tief am Horizont stand und ich keine Lust hatte, mich auf den Boden zu begeben, beobachtete ich den Kugelsternhaufen M4 nahe Antares zunächst durch Andis Fernglas, dann nochmal mit meinem eigenen. Danach folgte der offene Sternhaufen Melotte 111, ebenfalls im Haar der Berenike. Zurück am Dobson beobachtete ich noch den Hantelnebel M27 im Füchschen. Den Abschluss der Nacht bildeten die beiden Kugelsternhaufen M10 und M12 im Sternbild Schlangenträger.

Fazit

Es war mal wieder eine tolle Nacht – in bester Gesellschaft und mit jeder Menge faszinierender Objekte. Ich freue mich schon auf die nächste Gelegenheit!




Die ersten Versuche mit dem Seestar S50

M 45 (2024)

Auf dem letzten Teleskoptreffen in Gülpe bin ich erneut mit dem Thema Smart-Teleskope in Berührung gekommen. Mein Kumpel Denis hatte sich kürzlich eines zugelegt, und es gab außerdem einen interessanten Vortrag (über den ich in meinem Bericht bereits geschrieben habe) über die aktuell am Markt verfügbaren Smart-Teleskope. Da ich schon öfter daran gedacht habe, wie schön es wäre, meine Beobachtungsberichte um einige Fotos zu ergänzen – die nicht immer nur den Platz oder mein Teleskop zeigen, sondern auch die Objekte, die ich beobachte –, habe ich mich schließlich dazu entschlossen, ein solches Teleskop über die Kleinanzeigen zu suchen.

Im September bin ich fündig geworden und habe mir das Seestar S50 zugelegt. Die ersten Fotos sind nun gemacht, und ich bin bereit für den ersten Einsatz in einer Beobachtungsnacht. Die Ergebnisse sind, dafür dass alle Aufnahmen mitten in der Stadt an meinem Wohnort entstanden sind, schon sehr beeindruckend. Die Belichtungszeiten sind bei den folgenden Fotos recht kurz, was den begrenzten Beobachtungsfenstern vor Ort geschuldet war. Dennoch bin ich gespannt, was das kleine Teleskop unter dunklem Himmel mit ausreichend Belichtungszeit leisten kann.

Trotz der tollen Ergebnisse bleibe ich weiterhin bei der visuellen Beobachtung, da es für mich nach wie vor äußerst reizvoll ist, Objekte am Himmel selbst zu finden und dabei möglichst viele Details zu erkennen.




Komet C/2023 A3 (Tsuchinshan-ATLAS)

Aufsuchkarte SkySafari

Da mir beim letzten Kometen Neowise, der auch visuell beeindrucken konnte, aufgrund der Wetterbedingungen leider eine Beobachtung verwehrt geblieben ist, hoffte ich diesmal umso mehr auf eine Chance, den diesjährigen Kometen C/2023 A3 (Tsuchinshan-ATLAS) zu sehen. Auch dieser Komet sollte, zumindest für eine kurze Zeit, ohne Hilfsmittel am Himmel sichtbar sein.

C2023 A3 (Tsuchinshan-ATLAS)

Als der Zeitpunkt kam und er zunächst am Morgenhimmel sichtbar sein sollte, waren außer dem Kometen – typisch – auch wieder jede Menge Wolken zu sehen. Somit schloss sich dieses kurze Zeitfenster für mich leider erfolglos. Danach begann allmählich die Phase, in der er in der Abenddämmerung zu sehen sein sollte, und im Internet sowie in meinen Astronomiegruppen häuften sich die Fotos und Beobachtungsberichte. So langsam fühlte ich mich wie in einem berühmten gallischen Dorf – nur wehrte sich dieses nicht erfolgreich gegen eine Eroberung, sondern war vielmehr der scheinbar einzige Ort, an dem die Bedingungen für eine Beobachtung einfach unmöglich waren.

M 13

Am Mittwoch, den 23.10.2024, sollte es dann endlich klar werden. Gemeinsam mit meinem Sohn, meiner Mutter und unserer Nachbarin fuhr ich zu dem bereits ausgekundschafteten Beobachtungsplatz und packte mein Fernglas sowie das neue Smart-Teleskop ein. Nach dem Aufbau warteten wir alle geduldig auf den dunkleren Himmel. Nach einiger Zeit hatte zumindest das Smart-Teleskop den Kometen erfasst, und wir konnten mit den ersten Aufnahmen beginnen. Mit fortschreitender Dunkelheit war der Komet schließlich auch im Fernglas zu erkennen. Mein Sohn machte nach den Kometenaufnahmen noch eine Aufnahme des Kugelsternhaufens M13, und ich zeigte meiner Mutter mit dem Fernglas noch den Kleiderbügelhaufen Cr399.

Ich bin zufrieden, dass die visuelle Beobachtung am Ende doch noch geklappt hat, hätte mir aber gewünscht, ihn schon früher und auch ohne Fernglas sehen zu können. Die Investition in das Seestar hat sich für solche Ereignisse bereits gelohnt, und in Zukunft werden die Beobachtungsberichte hier sicherlich mit dem einen oder anderen Foto ergänzt.