Partielle Sonnenfinsternis — 12.08.2026

Am 12.08.2026 stand mal wieder eine partielle Sonnenfinsternis über Deutschland an. Die letzte im Jahr 2021 war mit einer Bedeckung von gerade mal ca. 11% nicht wirklich aufregend. Diesmal waren für Offenbach immerhin 88,2% zu erwarten. Das ist dann schon um einiges mehr und sollte auch deutlich wahrnehmbarer sein. Spanien hat da noch mehr Glück, denn dort kann man eine totale Sonnenfinsternis erleben – und das nicht nur in diesem Jahr, sondern auch im nächsten.
Da ich mit ein paar Astrofreunden im nächsten Jahr eine kleine Spanienreise zur totalen Sonnenfinsternis unternehmen werde, war die partielle Sonnenfinsternis in Deutschland für uns alle eine Art Generalprobe für die Ausrüstung und die Aufnahmemethoden.
Die Suche nach dem richtigen Beobachtungsort
Zunächst hieß es aber erst mal, einen geeigneten Standort zu ermitteln, an dem man eine relativ freie Sicht Richtung Westen hat, da die Sonnenfinsternis zum Zeitpunkt des Sonnenuntergangs stattfinden sollte. Dazu habe ich mir auf dem Smartphone die App "Sun Surveyor" installiert. Diese App projiziert den aktuellen oder den Sonnenstand eines beliebigen Datums direkt in die Kameransicht des Smartphones (siehe Bild). Damit ausgerüstet habe ich mich zunächst in der Nähe auf Standortsuche begeben und wurde auch schnell fündig: Der Parkplatz an einer Gaststätte in Bieber – die Käsmühle – war ideal.

Wir haben uns dann für den Mittwoch um 18 Uhr auf dem Parkplatz verabredet. Mit dabei waren Andy mit Freundin und ihrem Sohn, Jana, meine Wenigkeit mit meinem Sohn sowie meine Mutter mit einer Freundin. Später kamen dann noch mein Arbeitskollege mit seiner Familie und einige andere dazu, die wir bis dahin nicht kannten.
Aufbau und erste Beobachtungen

Am Parkplatz angekommen, haben Andi und ich unsere Ausrüstung aufgebaut. Ben hat mir beim Aufstellen und Einrichten der Teleskope geholfen. Ich hatte unser kleines H-Alpha-Teleskop und das Seestar S50 dabei sowie noch ein Dutzend Finsternisbrillen. Das Seestar hatten wir eingepackt, um eine Timelapse-Aufnahme zu erstellen. Bevor es dann mit der Sonnenfinsternis um 19:19 Uhr losging, haben wir im H-Alpha-Teleskop schon eine riesige Protuberanz bestaunen können.
Gegen 19 Uhr kamen dann noch einige andere Interessierte – manche mit Fotoausrüstung, andere lediglich mit SoFi-Brillen ausgestattet. Es war eine angenehme und lockere Atmosphäre, und man ist schnell miteinander ins Gespräch gekommen. Dann ging es endlich los, und man konnte bestaunen, wie sich der Mond Stück für Stück vor die Sonne geschoben hat.
Wir haben den Fortschritt der Sonnenfinsternis mit den SoFi-Brillen und im H-Alpha-Teleskop beobachtet. Zwischendurch habe ich auch mal bei Andi auf seine Aufnahmen geschaut.
Der Höhepunkt
Als sich das Spektakel dem Höhepunkt näherte, bemerkte man dies auch an den Temperaturen und an den Lichtverhältnissen. Obwohl es keine totale Sonnenfinsternis war, wurde es dennoch spürbar kühler. Das Licht hatte zudem eine ungewöhnliche rötliche Färbung angenommen – ganz anders als z. B. bei einem normalen Sonnenuntergang.
So gegen 20:30 Uhr tauchte die Sonne dann bereits tief in die Baumwipfel ab. Unsere Aufnahme am Seestar habe ich daraufhin beendet und den Rest nur noch mit der SoFi-Brille verfolgt, so lange es noch möglich war.
Ergebnis der Generalprobe
Bei mir ist die Generalprobe leider nicht ganz geglückt. Das Seestar hat bei Timelapse-Aufnahmen anscheinend ein Problem mit der Sonnennachführung. Im aufgezeichneten Video ist die Sonne teilweise mehrfach hin und her gesprungen. Ich konnte das zwar durch aufwendige Nachbearbeitung und das Entfernen nicht weniger Frames korrigieren, aber ich hatte mir das Ergebnis wesentlich besser vorgestellt. Dann in Zukunft vielleicht doch besser Einzelaufnahmen machen und diese selber zu einem Video zusammenfügen! Hier das Ergebnis der Videoaufnahme und eine Collage mit der Auswahl einiger Frames aus dem Video:
