Astrocamping VB 11.07.26 Tag 2

Nachdem ich den Tag überwiegend in einer halbliegenden Position im Campingstuhl verbracht und zwischendurch immer mal wieder kurz weggedämmert bin, wurde ich gegen Abend dann doch wieder munterer. Mit Einsetzen der Dämmerung machte ich mich schließlich daran, meine Ausrüstung für die kommende Nacht vorzubereiten.

Eine Nacht der Klassiker: Von Fernglas-Highlights bis zur hohen Vergrößerung

Während es noch dämmerte, habe ich den Abend mit dem Kleiderbügelhaufen Cr399 im Sternbild Fuchs begonnen – ein Anblick, der bei mir einfach immer für gute Laune sorgt. Auch der Kugelsternhaufen M3 in den Jagdhunden war ein schöner Einstieg. Danach habe ich mich an Epsilon Lyrae in der Leier versucht. Zunächst wollte mir das System nicht ins Netz gehen, doch beim zweiten Anlauf hatte ich ihn: Während man im optischen Sucher nur die zwei Hauptkomponenten als Doppelstern erkennt, offenbart sich die Vierfachnatur bei der hohen 323-fachen Vergrößerung in meiner Dobson-Optik erst richtig.

Anschließend habe ich mich weiter durch den Sommerhimmel gearbeitet. Albireo, der wunderbare Doppelstern im Schwan, durfte natürlich nicht fehlen. Auf der Suche nach NGC 6905 im Kleinen Fuchs hatte ich diesmal leider kein Glück, aber dafür lief es bei anderen Objekten umso besser. Der Kugelsternhaufen M107 im Schlangenträger war gut zu beobachten, gefolgt vom Klassiker M13 im Herkules, der mich wie immer begeistert. Von weiteren Beobachtungen im Schlangenträger habe ich aufgrund der niedrigen Höhe des Sternbildes dann aber abgesehen.

Streifzug durch den Schützen und darüber hinaus

Später habe ich die Region um den Schützen genossen. Da mir dort aufgrund der Lichtverhältnisse die Orientierung an den Sternen etwas fehlte, habe ich kurzerhand zum Fernglas gegriffen. Hier reicht die grobe Richtung und ein wenig Schwenken völlig aus, um die Objekte zu finden. M8 (Lagunennebel) und M20 (Trifidnebel) sind auch im Fernglas fantastisch und bieten einen tollen Kontrast zum restlichen Himmel.

Als es dann auch Richtung Westen endlich dunkler wurde, habe ich mich an die schwierigeren Fälle gewagt. Der Eulennebel M97 im Großen Bären war zunächst nur sehr schwach auszumachen, wurde aber durch den Einsatz des UHC-Filters deutlich kontrastreicher. Ähnlich erging es mir bei der Whirlpool-Galaxie M101, die ebenfalls sehr zart wirkte. Ein echtes Highlight war für mich diesmal wieder der Cirrusnebel im Schwan. Durch die 127-fache Vergrößerung konnte ich noch deutlich mehr feine Strukturen und Details in den Filamenten erkennen als sonst. Danach zog es mich weiter zu NGC 6934, einem sehr kleinen, aber feinen Kugelsternhaufen im Sternbild Delphin.

Abschluss der Beobachtungsnacht

Gegen Ende der Nacht habe ich mich dann an die Klassiker im Norden und Osten gemacht: Die Galaxien M81, M82 und M109 im Großen Bären standen auf dem Programm. Auch M71, der Kugelsternhaufen im Pfeil, war ein lohnendes Ziel. Bei der Suche nach M76 im Perseus habe ich diesmal einen kleinen Kniff angewendet und mich an zwei hellen Sternen in der Nachbarschaft orientiert, was das Auffinden deutlich erleichterte. Den krönenden Abschluss bildeten der offene Sternhaufen NGC 6939 im Kepheus, die kleine Galaxie NGC 404 in der Andromeda sowie der Blick auf die Andromedagalaxie M31, die ich mit dem Fernglas zum Abschied noch einmal kurz genossen habe.

Hier noch eine Aufnahme vom Omeganebel die ich in dieser Nacht mit dem Seestar gemacht habe: